Der Jumbojet kehrt zurück: Lautes Großflugzeug wird im November eingesetzt

Weil Air Berlin sich zurückzieht, steigt die Lufthansa ein – mit wesentlich größerem Gerät. (Foto: Christian Schindler)
Berlin: Flughafen Tegel |

Tegel. Anwohner des Flughafens Tegel müssen im November mit mehr Lärm rechnen. Grund ist der Einsatz einer Boeing 747-400 seitens der Lufthansa.

Sie heißt nicht umsonst Jumbojet. 361 Passagiere können mit einer Boeing 747-400 reisen. Sie ist damit das zweitgrößte Passagierflugzeug der Welt, nach dem Airbus A 380. Allerdings ist sie nicht Produkt neuester Technik. Schon seit zwölf Jahren gibt es ein leiseres Nachfolgemodell. Wenn Experten nach einem Vergleich mit dem Lärmteppich einer Boeing 474-400 suchen, fallen ihnen russische Antonows und Iljuschins ein.

Der Einsatz des beinahe-Oldtimers in Tegel ist teuer: Die 84,9 Dezibel bei Start und Landung werden mit 515 Euro berechnet. Zum Vergleich: die sonst oft eingesetzten Airbus A 320 „lärmen“ mit 77,7 Dezibel und kosten die Fluglinien jeweils 125 Euro.

Für die Lufthansa rechnet sich der fliegende Dinosaurier trotzdem. Immer mehr Fluggäste steigen von der insolventen Air Berlin auf Lufthansa um, weswegen diese jetzt die große Boeing auf Reisen schickt: An verkehrsreichen Tagen soll sie jeweils drei Mal zwischen Tegel und Frankfurt am Main pendeln, insgesamt sind 126 Flüge geplant, der letzte am 30. November.

Neue Modelle werden auf Langstreckenflügen gebraucht

Die Lärmbelastung für die Anwohner hält man bei der Lufthansa für nicht dramatisch. Für einen Boeing-Flug müsste sonst zwei bis dreimal ein Airbus A 320 eingesetzt werden, heißt es aus dem Unternehmen. Die moderneren Boeing-Modelle seien auf den Langstrecken nicht abkömmlich, weshalb man für den Inlandsflug auf den „Oldtimer“ setze.

Nach Ansicht des Abgeordneten und Reinickendorfer SPD-Vorsitzenden Jörg Stroedter ist der Einsatz der Boeing 747-400 ein „Affront gegen die Anwohner“. Zuletzt ist eine solche Maschine laut Stroedter im Jahr 2010 von Tegel aus geflogen. Er hat für Reisende auch eine Alternative: Die Strecke Tegel–Frankfurt/Main sei problemlos im Intercity Express der Deutschen Bahn zu absolvieren. Ohnehin sei es sinnvoll, so Stroedter, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen. CS
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