Anti-Terror-Zentrum in der Tempelhofer Ringbahnstraße geplant

Die Berliner Polizei will für die Terrorismus-Bekämpfung künftig besser aufgestellt sein. Aus diesem Grund ist eine neue Polizeiwache für insgesamt 1200 Beamte in Tempelhof geplant.

Als Standort hat die Polizei das ehemalige Reichspostzentralamt in der Ringbahnstraße ins Auge gefasst. Das alte Backsteingebäude wird als geeignet angesehen, weil es aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Stadtautobahn A 100 ermöglicht, bei Gefahrenlagen schneller ausrücken zu können. Geplant ist nach Berichten des rbb und der Berliner Morgenpost eine Zusammenlegung des Spezialeinsatzkommandos, des Mobilen Einsatzkommandos und des Dezernats zur Bekämpfung des islamischen Terrorismus.

Die Spezialkräfte sollen damit in die Lage versetzt werden, besser zusammenzuarbeiten. Dies kann als Konsequenz des Terroranschlags auf dem Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016 angesehen werden. Durch das Bekanntwerden einer ganzen Pannenserie bei der Polizei im Zuge der Observierung des späteren Attentäters Anis Amri wurde in dieser Hinsicht ein großes Defizit deutlich.

Der neue Polizeistandort soll nebenbei auch die komplette Staatsschutz-Abteilung aufnehmen. Laut des innen- und rechtspolitischen Sprechers der Grünen im Abgeordnetenhaus, Benedikt Lux, werde in Zukunft von der Ringbahnstraße aus „die gesamte Bandbreite an schwerer Kriminalität“ bekämpft. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2020 geplant, denn bis dahin ist noch viel zu tun. Das Gebäude muss saniert und teilweise auch umgebaut werden. Bauchschmerzen bereiten den Beamten beispielsweise die Zu- und Ausfahrten. Diese seien im jetzigen Zustand nicht sicher genug für die Spezialkräfte, heißt es. Da das Gebäude direkt an einer Hauptstraße liegt, ist es gut einsehbar und es gibt keine Zäune davor. An vielen Stellen müssten demzufolge Veränderungen erfolgen, um das Sicherheitslevel zu erhöhen.

Wie hoch die Kosten für den neuen Standort ausfallen, ist noch nicht ganz klar. Spekuliert wird über eine Summe von 25 Millionen Euro, finanziert durch den landeseigenen Investitionsfonds SIWANA. Damit könnte auch das Problem des Platzmangels gelöst werden. Von Kollegen, die sich „stapeln“, sprach Benjamin Jendro von der Polizei-Gewerkschaft mit Blick auf die Räume im Polizeipräsidium.
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