Verordnete fordern eine korrekte Beschilderung für das Tempelhofer Feld

Tempelhof. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) möchte die Beschilderung des ehemaligen Flugfeldes von "Tempelhofer Freiheit" in "Tempelhofer Feld" ändern lassen. Dies beschloss die BVV auf Antrag der Linksfraktion.

In dem von der Bezirksverordnetenversammlung einstimmig angenommenen Antrag heißt es, dass das Bezirksamt sich bei den zuständigen Stellen des Senats und der BVG dafür einsetzen soll, "dass die korrekte Beschilderung Tempelhofer Feld auf dem Feld selbst, sowie im Straßenland, auf BVG-Grundstücken sowie im Internet verwendet wird, und gegebenenfalls an bestimmten Stellen die Hinweise geändert werden".

Begründet wurde der Antrag mit der NS-Vergangenheit des Tempelhofer Feldes. Das Konzentrationslager Columbiahaus, die Zwangsarbeitslager und der Rüstungsstandort "verbieten es, den Begriff ,Tempelhofer Freiheit’ zu verwenden", erklärte Antragsstellerin Elisabeth Wissel (Die Linke). Schließlich soll das Tempelhofer Feld zukünftig auch "als Gedenk- und Mahnort gegen das Vergessen" dienen. Deshalb könne die vom Senat nach der Öffnung des Feldes kreierte Bezeichnung Tempelhofer Freiheit von den Opfern "nur als Zynismus und Beleidigung verstanden werden", heißt es weiter. Eine Expertenrunde der Geschichtswerkstatt Berlin lehnt gleichfalls den Begriff "Freiheit" ab.

Das Tempelhofer Feld hat eine bewegte Geschichte, die beispielsweise vom preußischen Militärgelände und Naherholungspark mit Pferderennbahn über erste Flugversuche und den späteren, durch die Berliner Luftbrücke weltberühmt gewordenen Flughafen bis zu mehreren Konzentrations- und Arbeitslagern in der Zeit des Nationalsozialismus reicht. Außerdem gilt das Feld nicht zuletzt auch als Wiege des deutschen Fußballs.

Spätestens ab 1940 wurde das Flughafengelände nur noch von der Rüstungsindustrie genutzt, unter anderem zur Herstellung und Wartung der berüchtigten Stukas (Sturzkampfbomber). Zu diesem Zweck wurden Tausende Zwangsarbeiter aus ganz Europa nach Tempelhof verschleppt. Heute ist der ehemalige Flughafen Tempelhof ein einzigartiges Ausflugsziel für die Berliner und ihre Gäste.


Horst-Dieter Keitel / HDK
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