SPD spricht sich gegen Forderungen der Fahrrad-Aktivisten aus

Der Hauptknackpunkt: Zwischen Alt-Tempelhof und Alt-Mariendorf wird es für Radler ungemütlich. Es gibt keinen Radweg und sie müssen sich in den Verkehr einfädeln. (Foto: HDK)

Tempelhof. In der vergangenen Ausgabe berichteten wir über die Fahrrad-Demo auf dem Tempelhofer Damm unter dem Motto „Radwege statt Parkplätze“. Die vom „Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg“ geforderten Maßnahmen gehen Bezirkspolitikern allerdings zu weit.

Geht es nach den Netzwerk-Radlern, sollen die bisher zum zeitlich begrenzten Parken genutzten rechten Spuren der Bundesstraße durchgehend in eine geschützte Radspur verwandelt werden. Für die Autofahrer, über 40 000 pro Tag, blieben damit weiterhin zwei Fahrspuren je Richtung. Die dadurch zwangsläufig wegfallenden Parkplätze sind für die Radler kein Argument.

Das Problem und die Gefahr für Radfahrer auf dem Te-Damm, insbesondere auf dem Teilstück zwischen Alt-Tempelhof und Alt-Mariendorf ohne jeden Radweg, sieht die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung zwar auch, lehnt aber die vermeintliche Lösung der Netzwerk-Aktivisten strikt ab. „Das machen wir nicht mit“, so der Bezirksverordnete und Verkehrsexperte Christoph Götz zur Berliner Woche. Stattdessen soll „für die sehr komplexe Planung ein kompetentes Planungsbüro beauftragt werden, das sowohl die Fragen der Verkehrstechnik beherrscht als auch über ein Verständnis für die urbanen Belange der Stadt verfügt“, so Götz. Dabei sollen alle örtlichen Interessengruppen, Anwohner, Einzelhändler, Kunden und Verkehrsteilnehmer eingebunden werden. Das sehen die anderen Fraktionen übrigens ähnlich.

Insgesamt soll ein „strukturierter und transparenter Planungsprozess zur Neugestaltung“ des Tempelhofer Damms erfolgen. Dazu gehören unter anderem auch Überprüfungen der Emissionsbelastungen in Zusammenhang mit der zurzeit zulässigen Geschwindigkeit, der Abbiegemöglichkeiten, der Ampelphasen sowie des Mittelstreifens. Ein entsprechender Antrag zwecks differenzierter Planung, die allen städtischen Funktionen der Straße Rechnung trägt, wird zurzeit im BVV-Ausschuss für Straßen, Verkehr, Grün und Umwelt beraten und kommt voraussichtlich in der nächsten Tagung der Bezirksverordneten zur Abstimmung. HDK
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