Bauprojekt am Lützowplatz: mehr Wohnungen, weniger Büros

Blockrandbebauung am Lützowplatz, dahinter vier Wohnzeilen. (Foto: BA)

Tiergarten. Zwischen Lützowplatz, Wichmannstraße und Lützowufer entsteht ein siebengeschossiges Wohn- und Geschäftshaus. Die Baugenehmigung für das Projekt hat die Münchner Dibag Industriebau AG bereits seit Dezember 2009 erhalten.

Nach den damaligen Plänen sah der Projektentwickler zwei Drittel des Komplexes für Geschäfte und Büros vor. Da die Nachfrage nach Geschäftsräumen in Berlin eher sinkt und im Beherbergungs- und Gastronomiebereich der Markt mittlerweile gesättigt zu sein scheint, dafür aber die Nachfrage nach innerstädtischen Wohnungen unvermindert wächst, hat die Dibag ihre Absichten geändert. Jetzt sind rund 55 Prozent der Geschossfläche für Wohnen vorgesehen: 13.400 bis 16.500 Quadratmeter, aber nur 11.200 Quadratmeter für Gewerbe.

Das erfordert ein ganz neues Bebauungsplanverfahren mit allen gesetzlich vorgeschriebenen Schritten. Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) hat es am 23. Februar mit der Festsetzung des B-Plans 1-89VE (Lützowplatz) eröffnet.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt begrüßt das Bauvorhaben ausdrücklich. Denn Ziel des Senats ist es, bis 2016 30 000 neue Wohnungen in der Berliner Innenstadt zu schaffen. Während am Lützowplatz ein siebengeschossiger Bauriegel aus zwei Segmenten für Büros und Geschäfte entstehen soll, schließen sich daran rechtwinklig und kammartig vier, ebenfalls siebengeschossige Wohnzeilen an. Die Wohngebäude sind nach Süden ausgerichtet. Für viel Licht und Sonne sorgen nach Westen geöffnete Wohnhöfe. Unter die Innenhöfe kommt eine zweigeschossige Tiefgarage. Auf dem Areal stand vormals ein vier- bis sechsgeschossiger Komplex mit 84 Sozialwohnungen. Er war 1982 und 1983 errichtet worden. Nach Leerstand wurde die marode Anlage für einen Neubau abgerissen.


Karen Noetzel / KEN
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