Mitte will Gebäudeteil der Allegro-Grundschule vermieten

Tiergarten. Der Bezirk Mitte ist bekanntlich knapp bei Kasse. Als Sparmaßnahme im Haushalt plant der Bezirk, einen ganzen Gebäudeteil der Allegro-Grundschule noch im laufenden Schuljahr zu vermieten. Eltern sind empört.

Das Schulplatzangebot werde noch stärker eingeschränkt, kritisiert die Vorsitzende der Gesamtelternvertretung der Schule, Katja Kaba, die Pläne des Bezirksamts. An Unterrichtsräumen mangele es schon heute. Katja Kaba fragt, wie die Schule ihrem Musikprofil und weiteren von der Schulpolitik gewünschten und notwendigen Aufgaben wie etwa Inklusion, dem Unterricht von gerade eingewanderten Schülern, jahrgangsübergreifenden Lernklasse oder einem Ganztagsangebot gerecht werden könne. "Nach der Schließung der Grips-Grundschule und der Fusionierung zur Allegro-Grundschule brauchen wir dringend Gelder für die Turnhallen-, Fenster- und Toilettensanierung", so Kaba.

Die Verkleinerung der Schule gefärde die Bildung im Quartier, sagt die Interessengemeinschaft an der Potsdamer Straße (IGP). "Die Allegro-Grundschule ist die einzige Grundschule im Gebiet Tiergarten Süd", so Regine Wosnitza, Berit Rossig und Sulaf Ahmed vom IGP-Vorstand. Das Gebiet befinde sich im Umbruch. Über 1000 neue Wohnungen seien im Bau. Kinder aus zuziehenden Familien werden in die Allegro-Grundschule gehen. Außerdem leiste die Schule mit ihren Willkommensklassen und Lernangeboten an die Kinder im Asylbewerberheim am Schöneberger Ufer wichtige Integrationsarbeit.

Die Leitung und der Förderverein der Schule, Quartiersmanagement und Quartiersrat Magdeburger Platz und die IGP haben beraten, wie die Entscheidung rückgängig gemacht werden könne. Verschiedene Gremien haben Protestschreiben an den Schulausschuss geschickt. "Einige Eltern mit genügend Kraft werden ihre Kinder auf andere Schulen retten können", meint Elternvertreterin Katja Kaba. "Was ist mit dem Rest? Das ist de facto eine Teilschließung."


Karen Noetzel / KEN
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