Bündnisgrüne räumen am Aktionstag in Wedding auf

Wedding. Ein normaler Sonnabend am Leopoldplatz. Zwischen Müllerstraße und Alter Nazarethkirche herrscht geschäftiges Treiben auf dem Trödelmarkt. Hinter die Kirche sollte man aber besser nicht gehen. Dort regieren der Müll und eine roh-aggressive Trinkerszene.

Trotzdem haben sich am 13. September neun Mitglieder des bündnisgrünen Kreisverbands Mitte dorthin gewagt, ausgerüstet mit Greifern, Handschuhen und Müllsäcken. Es ist der 4. berlinweite Aktionstag "Für ein schönes Berlin!", den der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Verein "Wir Berlin" auf die Beine gestellt haben. Im Bezirk Mitte gibt es an diesem Tag noch weitere acht Aktionen, bei denen sich Kiezbewohner für ihre Stadt auf vielfältige Weise einsetzen und ihr Wohnumfeld verschönern.

Gemeinsam mit den aktiven Kreisgrünen im Wedding engagiert sich deren Bundestagsabgeordneter aus Mitte, Özcan Mutlu. "Umweltschutz fängt im Kleinen an", meint der Politiker. Bei der Aktion gehe es zum einen darum, für mehr Achtsamkeit im Umgang mit dem öffentlichen Raum zu werben. "Aber wir weisen mit der Aktion auch darauf hin, dass die Bezirksgelder für die Reinigung des öffentlichen Raumes hinten und vorne nicht reichen."

Den Leopoldplatz sauber zu halten sei eine Herkulesaufgabe, gesteht der bündnisgrüne Kreisverbandssprecher Matthias Borowski. "Die Aktion könnte im monatlichen Rhythmus stattfinden."

Der Zuspruch der Passanten am "Leo" ist an diesem Vormittag groß. "Toll, dass sich jemand hier einsetzt", lautet der Tenor. Die Trinkerszene sei "nicht förderlich für das Ambiente des Platzes", meint Matthias Borowski. Und das bündnisgrüne Vorstandsmitglied Daniel Gollasch sagt: "Bei der Putzaktion hat sich herausgestellt, dass die Mülleimer im Umfeld des Trinkerbereiches häufiger geleert werden müssten. Gerade im Sommer, wenn der Platz sehr stark frequentiert wird, fällt hier sehr viel Müll an und lässt die Kübel überquellen."

Am Ende hat die bündnisgrüne Putzkolonne auf dem in drei Etappen zwischen 1882 und 1909 schön angelegten "Schmuckplatz" acht Müllsäcke mit Unrat gefüllt, vorwiegend weggeworfene Essensreste, Plastikmüll und leere Flaschen.


Karen Noetzel / KEN
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