Gesobau setzt auf ein einheitliches Erscheinungsbild

Sie wird nicht mehr geduldet: die kleine Gartenfläche vor dem Haus der Pfeiffers. (Foto: BW)

Weißensee. Die Frühblüher neben dem Eingang Am Steinberg 98a sind schöne Farbtupfer vor dem Haus. Auf einer kleinen Fläche stehen dort Stiefmütterchen neben Tulpen, Narzissen und Primeln. An den Sträuchern hängen bunte Ostereier. Ein kleines Zäunchen schützt die bunte Oase vor eiligen Schritten.

Angelegt wurde dieses Blumenbeet vom Ehepaar Pfeiffer. Beide sind sehr naturverbunden. Mit den Blumen wollten sie sich ein paar Farbtupfer vors Haus holen. "Bevor wir die kleine Fläche 2010 anlegten, haben wir extra beim Objektbetreuer nachgefragt, ob wir das dürfen", sagt Herr Pfeiffer. "Der hatte kein Problem damit. Wir dürfen nur nichts einpflanzen, was höher als die Sträucher wächst."

Also kaufte das Ehepaar einige Pflanzen und gestaltete ein kleines Beet. Weil hin und wieder Postboten und Prospektverteiler über die Fläche liefen, bauten sie außerdem einen kleinen Zaun darum auf. "Das Bezirksamt ruft ja immer dazu auf, dass sich Bürger ehrenamtlich in ihrem Wohnumfeld engagieren sollen", sagt Frau Pfeiffer. "Wir dachten, dass unsere kleine Fläche niemanden stören wird."

Doch das sieht die Vermieterin anders. Per Aushang im Hausflur wurden die Pfeiffers von der Gesobau aufgefordert, bis zum 22. April alle Bepflanzungen und Dekorationen von der kleinen Fläche zu entfernen. Dass bunte Ostereier an Sträuchern hängen, dagegen habe man nichts, erklärt Melanie Geyer von der Unternehmenskommunikation der Gesobau auf Anfrage der Berliner Woche. Aber Mieter können vor dem Haus nicht einfach gärtnern, wie es ihnen gefällt.

"Wir befinden uns hier in einem größeren Wohnkomplex. Immer wieder haben wir Mieter, die gern in Eigeninitiative, ohne vorherige Absprache mit uns, die Außenanlagen behandeln, als wäre es eine Kleingartenanlage", so Melanie Geyer. "Es werden Blumen gepflanzt, Zäune gesetzt, Rindenmulch auf den vorhandenen Rasen aufgebracht und so weiter." Das führe zu Problemen mit den Firmen, die von der Gesobau mit der Grünpflege beauftragt sind. Hinzu komme, dass es Mitmietern durchaus auch einmal nicht gefällt, was da gepflanzt wurde. Andere Mitmieter möchten wiederum das Recht eines kleinen Vorgartens für sich ebenfalls in Anspruch nehmen. Der Gesobau sei allerdings daran gelegen, ein einheitliches, gepflegtes Erscheinungsbild in der Wohnanlage Am Steinberg zu erhalten.

"Vor einigen Jahren wurde das Wohngebiet Am Steinberg modernisiert", so Melanie Geyer. "Wir haben seither die Außenanlagen wiederhergestellt, Rasen ausgesät, kleine Hecken und Sträucher gepflanzt und Fahrradständer aufgestellt. Für die Mieter wurden in einigen Vorgärten beziehungsweise vor den Hauseingängen Parkbänke aufgestellt." Aus all den Gründen werde man auch bei der Familie Pfeiffer keine Ausnahme machen können. Und so wird Familie Pfeiffer in den nächsten Tagen schweren Herzens das Zäunchen abbauen und die bunten Farbtupfer von der kleinen Fläche entfernen müssen.


Bernd Wähner / BW
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