An der Gehringstraße wird heute ausgebildet

Lehrausbilder Raimund Störing im Gespräch mit Jan Blessing und Kevin Schirsch, die sich zum Zerspanungsmechaniker ausbilden lassen. (Foto: BW)

Weißensee. Das Unternehmen Niles prägte jahrzehntelang die Wirtschaft Weißensees. Heute lebt der Name in der Niles Aus- und Weiterbildung weiter.

Die Ursprünge der Bildungseinrichtung in der Gehringstraße 39 liegen 60 Jahre zurück. Seinerzeit entschied Niles, in einer eigenen Berufsschule seine Facharbeiter auszubilden. "Das war damals die erste Betriebsberufsschule in Ostberlin überhaupt", erinnert sich Horst Köth. Der heutige Geschäftsführer der Niles AW Aus- und Weiterbildung ist seit 1962 Ausbilder in Weißensee. Anfang der 90er-Jahre zerfiel das Kombinat, zu dem der Betrieb gehörte, in viele kleinere Unternehmen. An der Gehringstraße erinnern heute nur noch die einstige Berufsschule und alte Fabrikgebäude an den Industriestandort. Horst Köth gründete mit Mitarbeitern der früheren Betriebsberufsschule die gemeinnützige Niles AW. Diese stellte sich rasch auf das neue duale Ausbildungssystem um. Die frühere Berufsschule wurde zu einem modernen Ausbildungsbetrieb ausgebaut. "Wir setzen heute in unserer Arbeit auf drei Säulen", so der Geschäftsführer. Die eine ist der Erstausbildung von Lehrlingen. Dot kooperiert die Niles AW mit kleineren Betrieben aus ganz Berlin. In der Verbundausbildung absolvieren die Auszubildenden einen Teil ihrer Ausbildung an der Gehringstraße. Die meisten erhalten dort ihre Grundausbildung, sodass sie in ihrem Betrieb gut vorbereitet den Rest der Ausbildung absolvieren können.

In der Erstausbildung können junge Leute zwischen 14 Berufen wählen. Dazu gehören beispielsweise Industrie-, Zerspanungs- und Werkzeugmechaniker sowie Mechatroniker und Elektroniker. Hinzukommen nichttechnische Ausbildungsberufe wie Bürokaufmann oder Kaufmann im Einzelhandel. In Zusammenarbeit mit der privaten Best-Sabel-Schule bildet die Niles AW auch staatlich geprüfte Assistenten für Produktdesign aus. 115 Lehrlinge absolvieren zurzeit ihre Ausbildung an der Gehringstraße.

Die zweite Säule der Niles AW sind Fort- und Weiterbildungen. Diese werden unter anderem in Metallverarbeitung, im Drehen und Fräsen, im Arbeiten an computergesteuerten Werkzeugmaschinen, in Elektrotechnik/Elektronik, in Hydraulik und Pneumatik angeboten. Etwa 30 bis 50 Teilnehmer sind immer in den Werkstätten zu finden. Dritte Säule ist die berufsbegleitende Bildung. Diese findet auf Anfrage statt und kann jederzeit gestartet werden. Themen sind unter anderem MAG-Schweißen, Thermisches Trennen, Lichtbogenhandschweißen, CNC-Drehen und -Fräsen sowie Holzbearbeitung. So haben die 20 Mitarbeiter um den rührigen Geschäftsführer Horst Köth auch weiterhin alle Hände viel zu tun.

Weitere Informationen im Internet auf www.niles-aw.de sowie unter 962 48 20.

Bernd Wähner / BW
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