Weißenseer demonstrieren gegen Thor-Steinar-Laden

Bürgermeister Matthias Köhne entsorgte mit Weißenseern Bekleidung, die von Rechtsradikalen getragen wird. (Foto: BW)

Weißensee. Unter dem Motto "Thor Steinar fachgerecht entsorgen" fanden sich Weißenseer Bürger vor wenigen Tagen zu einer ungewöhnlichen Protestaktion zusammen. Sie stellten auf dem nördlichen und südlichen Antonplatz jeweils einen bunten Altkleidercontainer auf. In diese entsorgten sie gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Köhne (SPD) Kleidungsstücke der Marke Thor Steinar.

"Mit dieser Aktion wollen wir deutlich machen, wohin für viele Pankower rechtsextremer Livestyle gehört: in die Altkleidersammlung", sagt Köhne. Am 28. Oktober vergangenen Jahres eröffnete an der Berliner Allee, unweit vom Antonplatz, ein Laden, in dem Bekleidung der Marke Thor Steinar verkauft wird. Dabei handelt es sich um ein Label, das besonders von Rechtsradikalen getragen wird. Bereits zur Eröffnung des Ladens gab es Proteste von Weißenseern. Wenig später gründete sich das Bündnis "Stoppt Thor Steinar". Diesem Bündnis gehören inzwischen zahlreiche aktive Weißenseer, aber auch Vereine und Einrichtungen wie das Frei-Zeit-Haus, das Kubiz Raoul Wallenberg, der Bildungsverein Kreuzpfuhl und Vertreter von in der BVV vertretenen Parteien an. "Unser Ziel ist, den Laden aus Weißensee wegzukriegen", erklärt Köhne. Um das zu erreichen, fanden in den zurückliegenden Monaten zahlreiche gewaltfreie und kreative Aktionen des Bündnisses statt. Doch leider ist der Laden nicht so einfach wegzubekommen. Nur der Vermieter kann dem Laden kündigen. Mit dem sei man laut Köhne in Kontakt. Doch noch ist eine Kündigung nicht in Sicht. Deshalb setzt das Weißenseer Bündnis seine Aktionen fort. Jeden zweiten Montag im Monat, das nächste Mal am 8. Oktober, trifft sich das Bündnis außerdem im Frei-Zeit-Haus in der Pistoriusstraße 23, um weitere Aktionen zu besprechen.
Weitere Infos gibt es auf www.weissenseegegenrechts.de.

Bernd Wähner / BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden