Bezirksverordnete wollen in den Rathäusern freien Zugang einrichten

Steglitz-Zehlendorf. Was in Neukölln und Kreuzberg seit Mai dieses Jahres möglich ist, soll bald auch in Steglitz-Zehlendorf die Bürger erfreuen: Kostenloser drahtloser Internetzugang rund um die Rathäuser.

Alle Fraktionen in der Bezirksverordnetenversammlung unterstützen das Projekt. Ein entsprechender Antrag von B‘90/Grüne und Piraten sollte im Haushaltsausschuss verabschiedet werden. Aber die SPD beantragte die Vertagung: Die Kostenfrage sei nicht geklärt. Von Michael Karnetzki (SPD) Stadtrat für Immobilien und Verkehr, wurde erwartet, dass er die Summe nennt, die der Bezirk investieren müsste. Karnetzki aber war in Urlaub. "Es ist schade, dass wir vertagen mussten, aber wir brauchen konkrete Zahlen", sagt SPD-Fraktionschef Norbert Buchta.

"Wenn er schon keinen Vertreter schicken konnte, hätte der Stadtrat eine Tischvorlage erstellen können", sagte der Vorsitzende der Bündnisgrünen Carsten Berger. Dass er es nicht getan hat, sei extrem ärgerlich.

Vor allem deshalb, weil Karnetzki in der Vergangenheit bereits die unwahrscheinliche Summe von 1800 Euro genannt habe. Das sei nicht nachvollziehbar, denn für zwei Drahtlos-Netze rund um die Rathäuser Zehlendorf und Steglitz müsse der Bezirk nur jeweils einen kleinen Raum zur Verfügung stellen und den Strom für die Router bezahlen. "Die Wlan-Router, die den drahtlosen Internetzugang ermöglichen, und die Kosten für den Betrieb übernimmt die Freifunk-Community."

Das Prinzip der Freifunker: Jeder, der einen Router hat, kann sich mit anderen verbinden und zu einem nichtkommerziellen Netzwerk beitragen. "Ein Freifunknetz wäre eine schöne Serviceleistung für die Bürger, etwa bei Wartezeiten in den Ämtern", erklärt Berger. Und eine hochdemokratische Aktion, wie Piraten-Chef Eric Lüders erklärt, der sich ebenfalls über die Vertagung ärgert. "Wer einen Router zur Verfügung stellt, ermöglicht anderen, die sich kein Internet leisten können, die Teilhabe." Auch er geht davon aus, dass die Stromkosten sehr gering sind.

CDU-Fraktionschef Torsten Hippe befürwortet das Wlan-Netz ebenso und ist sicher, dass sich seine Partei dem Antrag anschließen wird - wenn die Zahlen über die Kosten vorliegen.


Ulrike Martin / uma
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