Piraten-Fraktion möchte Privatunternehmen mit ins Boot holen

Steglitz-Zehlendorf. Für mehr Wohnungen im "Geschützten Marktsegment" macht sich die Piraten-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) stark. Neben öffentlichen sollen auch private Wohnungsunternehmen entsprechenden Wohnraum zur Verfügung stellen.

Berechtigt zur Aufnahme in das Geschützte Marktsegment sind unter anderem Personen, die ohne Hilfe keinen Wohnraum finden oder Menschen, die aus betreuten Einrichtungen oder aus der Haft entlassen werden, und denen deshalb Wohnungslosigkeit droht. Die Zentrale Koordinierungsstelle (Zeko) Geschütztes Marktsegment beim Landesamt für Soziales und Gesundheit (LaGeSo) vermittelt Wohnungen, die die öffentlichen Wohnungsunternehmen laut Kooperationsvertrag mit dem Senat zur Verfügung stellen, an die Bezirksämter.

In Steglitz-Zehlendorf bieten die GSW und die Degewo entsprechenden Wohnraum an. In 2013 und 2014 konnten 35 Berechtigte mit einer Wohnung versorgt werden, 65 Menschen mussten allerdings in andere Stadtteile vermittelt werden. Hinzu kommt: "Wir haben ständig rund 80 Personen, die Anspruch auf eine Wohnung im Marktsegment haben, denen aber keine vermittelt werden kann", sagt Georg Boroviczény von den Piraten. "Die Unterbringung dieser Menschen kostet viel Geld, im betreuten Wohnen etwa bis zu 60 Euro täglich." Würde das Bezirksamt sich dafür einsetzen, die privaten Unternehmen mit ins Boot zu holen, könne die Situation entschärft werden. Ein entsprechender Piraten-Antrag im Stadtplanungsausschuss wurde jedoch abgelehnt.

Das Bezirksamt sei nicht zuständig, erklärt Torsten Hippe (CDU), Vorsitzender im Stadtplanungsausschuss. Und selbst wenn: "Wie soll das funktionieren?", fragt Hippe. "Mit einer Kampagne oder mit der Abstellung von Mitarbeitern?" Beides koste Geld und Personal. Weder das eine noch das andere seien vorhanden, erklärt Hippe. Zudem könnten die privaten Wohnungsunternehmen doch von sich aus entsprechenden Wohnraum anbieten, wenn sie denn wollten. Dass die Bereitschaft dazu kaum vorhanden sei, liege sicherlich auch daran, dass mit Gewinn gewirtschaftet werden muss.

Zum "Geschützten Marktsegment" findet am Montag, 19. Januar, eine Podiumsdiskussion des Bündnisses für ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum in Steglitz-Zehlendorf im Rathaus Steglitz, Schloßstraße 37 statt. Sie beginnt um 17 Uhr.


Ulrike Martin / uma
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