Steglitz-Zehlendorf meldet einen Bedarf von gut 100 Stellen an

Steglitz-Zehlendorf. Die Berliner Bezirke brauchen mehr Personal. Insgesamt 1230 Stellen fordern sie vom Senat. Eine entsprechende Vorlage wurde im Dezember vom Rat der Bürgermeister (RdB) einstimmig beschlossen.

Der Mehrbedarf sei nötig, um gewachsene Aufgaben zu erledigen, gesetzliche Pflichtleistungen zu erfüllen und die Anliegen der gestiegenen Einwohnerzahl Berlins zu berücksichtigen, heißt es in der Vorlage, die von Reinickendorfs Bezirkschef Frank Balzer (CDU) eingebracht wurde.

Mit 126 Stellen hat Neukölln den höchsten Mehrbedarf angemeldet, Lichtenberg mit 61,65 Stellen den niedrigsten. "Wir fordern etwas mehr als 100 Stellen, liegen also im oberen Feld", erklärt der Bürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Norbert Kopp (CDU).

Eine weitere Forderung des Gremiums betrifft den Stopp des geforderten Personalabbaus von Seiten des Senats aus dem Jahr 2011. In den Bezirksverwaltungen soll es 2016 nur noch 20 000 Stellen geben, dafür müssen 1453 abgebaut werden, 530 haben sie bisher gestrichen. "Wir haben bereits 2013 unser Soll erfüllt, 55,1 Stellen abgebaut und liegen jetzt bei 1567", sagt Kopp. Jetzt sei es noch schwieriger, alle Aufgaben zu erfüllen. Dabei wachse die Stadt ständig und mit ihr die Aufgaben.

Von 2011 bis 2013 gab es rund 100 000 Zuzüge nach Berlin, mit weiteren 150 000 sei in den nächsten Jahren zu rechnen, heißt es im Papier des Rates der Bürgermeister. Das mache sich in zahlreichen Bereichen bemerkbar. So müssen die Bürgerämter mehr Reisepässe, Personalausweise oder Führungszeugnisse ausstellen als früher, das Arbeitsvolumen hat sich auch bei der Grundsicherung oder bei den Hilfen zur Erziehung deutlich erhöht. Die Folgen für die Bürger seien lange Wartezeiten bei der Antragstellung, für einen Termin beim Bürgeramt, geschlossene Elterngeldstellen. Einige Aufgabenbereiche können nicht mehr in vollem Umfang wahrgenommen werden. Dazu gehörten die Einschulungsuntersuchung ebenso wie Impfungen.

Im Januar will sich der neu gebildete Senat mit dem Beschluss beschäftigen. Über die Chance einer Umsetzung will Kopp nicht spekulieren. "Aber es kommt Bewegung in die Sache", urteilt er.


Ulrike Martin / uma
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