Hobbygärtnerin startete Pflanzprojekt mit Flüchtlingen

Eifrig bei der Sache: Flüchtlingskinder aus dem Heim Hohentweilsteig bei der Gartenarbeit. (Foto: ASB/J. Thiel)
Berlin: Flüchtlingsunterkunft Hohentwielsteig |

Zehlendorf. Auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft im Hohentwielsteig können die Bewohner jetzt Gemüse und Obst anpflanzen und die Früchte ihrer Arbeit ernten. Die Idee zum grünen Projekt hatte die Hobbygärtnerin Vera Buschmann.

„Ich wollte gern etwas für und mit den Flüchtlingen tun“, erklärt sie. „Indem sie Gemüse aus ihrer Heimat anpflanzen, können sie im wahrsten Sinn des Wortes in Berlin Wurzeln schlagen.“

Auf dem Gelände der vom Arbeiter-Samariterbund (ASB) betriebenen Unterkunft stehen seit Mitte Mai Hochbeete. Mit viel Engagement hat Buschmann den Bau der Beete und die Spendenakquise vorangetrieben. Sie ist im Berliner Zweig der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur tätig, ebenso Erich Bonert und Lilo Gramatzki.

Bonert hat die Hochbeete aufgebaut, Gramatzki betreut das Projekt. Sie hat jahrelange Erfahrung in der Pflege von Schulgärten. Den Entwurf zu der Anlage lieferte die Landschaftsgärtnerin Anne Heinrichs.

Die Bewohner lieben die kleinen Gärten. Sie wurden von Beginn des Projektes an einbezogen und halfen beim Aufbau der fünf Hochbeete. Einzelne „Patenfamilien“ können jeweils zwei Quadratmeter Minigarten bewirtschaften.

Einer der Hobbygärtner ist Mohammed Ramin. In seiner Heimat im Irak hat er Datteln und Tomaten angebaut. „Datteln gehen hier leider nicht“, sagt er, „aber Tomaten.“ Mohammed-Al-Graf, Sozialarbeiter der Unterkunft, hat beobachtet, wie gut die Gärten den Bewohnern tun. „Sie nehmen die Pflege der Hochbeete sehr ernst.“ Die Tomaten seien innerhalb von vier Wochen „explodiert“. „Das muss mit der liebevollen Pflege zu tun haben.“ Und mit dem speziellen Klima im Hochbeet, davon ist Vera Buschmann überzeugt.

Außer Tomaten wachsen Petersilie, Schnittlauch, Fenchel und Mangold in den Gärtchen. Seit kurzen gibt es auch noch ein flaches Beet mit Zucchini und Erdbereen. Außerdem stehen ringsum Sträucher mit Him-, Brom- und Blaubeeren, sogar Wein wächst. „Die Beeren kommen bei den Kindern natürlich besonders gut an“, sagt Vera Buschmann. Sie freut sich sehr über den erfolgreichen Start des Projekts und dass die ehrenamtlichen Helfer gemeinsam mit Bewohnern viel Zeit im Garten verbringen. J.Thiel/uma
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