Änderung führte zur erhöhten Geschwindigkeit im Hochsitzweg

Zehlendorf. Die neue Parkregelung im Hochsitzweg steht nach einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) jetzt auf dem Prüfstand.

Die Änderung hätte zu einer erhöhten Fahrgeschwindigkeit geführt, zudem sei der Hochsitzweg als Abkürzung von und zur Onkel-Tom-Straße attraktiver geworden. Den Antrag zur Überprüfung stellten die Fraktionen von CDU, B‘90/Grüne und Piraten.

Zum Hintergrund: Im Juli wurde das bis dahin geltende wechselseitige Parken auf der Straße und auf dem Gehweg aufgehoben. Stellplätze gibt es seitdem nur noch einseitig: auf der Nordseite des Hochsitzwegs auf der Fahrbahn, auf der Südseite auf dem Bürgersteig. Angeordnet wurde diese Regelung aufgrund einer Beschwerde bei der bezirklichen Behindertenbeaufragten. Es ging darum, dass der nördliche Gehweg, im Gegensatz zum südlichen, wegen abgestellter Fahrzeuge und gleichzeitigem Fußgängerverkehr zu schmal für Rollstuhlfahrer sei, deshalb wurde dort das Parken untersagt.

Die neue Regelung ärgerte die Anwohner, die mit Tempo 30, das seit 1990 gilt, und dem wechselseitigen Parken, eingeführt 1998, sehr zufrieden waren. "Es ist gekommen, wie wir befürchtet haben", sagt Roland Merkel: "Die Geschwindigkeit hat zugenommen." Früher sei die Straße nur auf kurzen Strecken einsehbar gewesen, jetzt sei die Übersicht größer. Und damit auch die Versuchung, schneller zu fahren. Nachbar Christian-F. Friehe bestätigt die Verschlechterung: "Hinzu kommt, dass jetzt mehr Fahrradfahrer auf dem Gehweg unterwegs sind, denen ist die Straße zu gefährlich geworden." Manchmal werde es dann doch recht eng für Fußgänger.

Nach wie vor ist für Merkel und Friehe die Neuregelung unverständlich und kurzsichtig. Trotz der auf dem Gehweg abgestellten Pkw sei genug Platz auf der bebauten Südseite, und im Gegensatz zur unbebauten Nordseite sei sie beleuchtet. "Außerdem müssen Rollstuhlfahrer hier keine Querstraßen kreuzen, wie es auf der anderen Seite der Fall ist", erklärt Friehe.

Jetzt bleibt das Ergebnis der Prüfung abzuwarten. Dazu werden sich Vertreter der antragstellenden Fraktionen sowie die Behindertenbeauftragte mit den Anwohnern demnächst ein Bild von der Situation machen.


Ulrike Martin / uma
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