Baustopp am Schloss Biesdorf

Wegen eines Finanzierungsproblems verhängte das Bezirksamt Ende Mai einen Baustopp am Schloss Biesdorf. (Foto: hari)
Berlin: Schloss Biesdorf |

Biesdorf. Die Rekonstruktion von Schloss Biesdorf befindet sich auf der Zielgeraden. Kurz vor der Fertigstellung hat Immobilienstadtrat Stephan Richter (SPD) jetzt aber einen Baustopp verhängt. Das Bezirksamt hat kein Geld mehr für die Sanierung von Turm und Ostterrasse.

Die Arbeiten ruhen derzeit. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf die Übergabe des Schlosses Anfang September an die Grün Berlin GmbH. Sie betreibt künftig eine Galerie im Gebäude.

Nach vielen Problemen in der Planungsphase und zu Baubeginn lief der Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg ausgebrannten Obergeschosses und der Innenausbau zuletzt wider Erwarten fast problemlos und kostengünstiger als geplant. Die Kosten der Rekonstruktion betragen zehn Millionen Euro. Die Finanzierung teilen sich das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, die Lotto-Stiftung und die EU.

Immobilienstadtrat Stephan Richter erwartet Einsparungen von rund 270 000 Euro. Eine Verwendung des Geldes hat er schon gefunden. Er wollte es in noch fällige Restarbeiten am maroden Turmdach und der baufälligen Terrasse stecken. Zunächst erhielt er dafür auch die mündliche Zusage der Lotto-Stiftung, die sich mit 3,5 Millionen Euro an der Rekonstruktion des Schlosses beteiligt. Bei einem Vorort-Termin im Mai zog sie ihre Zusage jedoch wieder zurück. Inzwischen hatte sie festgestellt, dass die Stiftung schon 2004 einmal Geld für die Sanierung des Turms und der Ostterrasse gegeben hatte.

Wer für den nach wenigen Jahren schon wieder maroden Zustand der beiden Gebäudeteile verantwortlich ist, das ist umstritten. Die Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte war damals im Auftrag des Bezirksamtes der Bauherr. „Die von uns beauftragten Firmen haben sauber gearbeitet“, sagt der Architekturhistoriker Oleg Peters, damals Schatzmeister der Stiftung. Die Probleme am Turm und der Terrasse seien darauf zurückzuführen, dass das Bezirksamt kein einziges Mal die Regenentwässerungsanlage säubern ließ. Der Förderverein sieht daher das Bezirksamt in der Verantwortung.

„Ich denke, wir werden die Fassade jetzt fertigmachen und die noch nötigen Sanierungsarbeiten am Turm und an der Terrasse anschließend durchführen“, erklärt Stephan Richter auf Nachfrage. Die Kosten wird das Bezirksamt tragen müssen. Bevor Richter jedoch den Baustopp aufhebt, will er dazu erst eine Finanzierungszusage des Bezirksamtes. Das Geld für die Sanierung von Turm und Terrasse stünde frühestens 2018 zur Verfügung. hari
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.