Gefährliche Ruinen: Immer wieder muss die Polizei am Blankenburger Pflasterweg anrücken

Das Schild hängt noch am Zaun. Zu vermieten ist hier aber längst nichts mehr. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: ehemalige Polizeikasernen |

Blankenburg. Die Grundstücke am nördlichen Blankenburger Pflasterweg sind in den Augen vieler Anlieger ein Schandfleck.

Auf der einen Seite der Straße befinden sich mehrstöckige Plattenbauten. Sie dienten einst der Bereitschaftspolizei als Kaserne. Auf der anderen Seite stehen Gebäude, die zuletzt von der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft genutzt wurden. Alle Bauwerke stehen seit Jahren leer. Vor allem das Areal rund um die früheren Kasernen sieht katastrophal aus. So gut wie alle Fensterscheiben der Gebäude sind eingeworfen. Meterhohe Pflanzen erobern das Grundstück.

Am Zaun hängt ein Schild. Auf diesem sucht der Liegenschaftsfonds Berlin Mieter für die Gebäude. Doch das ist längst überholt. „Aufgrund des ruinösen Zustandes der vorhandenen Gebäude ist das Areal derzeit nicht vermietbar. Es gibt keine Wärme-, Wasser- und Stromversorgung“, teilt Margaretha Sudhof (SPD), Staatssekretärin der Senatsfinanzverwaltung, auf Anfrage mit.

Inzwischen ist die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH für die Grundstücke am Blankenburger Pflasterweg zuständig. Diese gibt demnächst in Abstimmung mit dem Bezirksamt eine Machbarkeitsstudie für die Grundstücke in Auftrag. Denn diese sind sogenannte Wohnungsbaupotenzialflächen. Doch bis dort Wohnungen gebaut werden kann, werden noch einige Jahre ins Land gehen.

So lange verfallen die Gebäude weiter. Und einige Zeitgenossen treiben dort weiter ihren Unfug. So löste die Polizei im Sommer 2013 zum Beispiel eine illegale Unterkunft mit 25 Personen auf. In diesem Jahr gab es bislang sieben Polizeieinsätze wegen Hausfriedensbruch. Die Grundstücke am Blankenburger Pflasterweg sind zwar eingezäunt. Auch ein Wachschutz kontrolliert hier immer wieder. Doch es zeigt sich, dass das offenbar nicht ausreicht.

Deshalb fordert die CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), dass sich das Bezirksamt bei der BIM dafür einsetzen soll, dass die Grundstücke noch besser gesichert werden. Nicht nur illegale Nutzer sind durch Altlasten in den Häusern und im Boden gefährdet, wenn sie Grundstück und Ruinen betreten oder gar dort übernachten. Das trifft auch auf Einsatz- und Rettungskräfte zu, wenn sie auf das Gelände müssen, erklärt CDU-Fraktionschef Johannes Kraft. Anlieger könnten hingegen durch Brände, die von illegalen Nutzern verursacht werden, in Gefahr geraten.

Dass diese Befürchtung nicht ganz unbegründet ist, zeigt sich in der Geschichte des Areals. Bis 2009 wurde nämlich noch eine Halle auf diesem Gelände als Winterlager für Boote genutzt. Diese fiel einer Brandstiftung zum Opfer.

Der Stadtentwicklungsausschuss der BVV wird sich demnächst mit der Situation am Blankenburger Pflasterweg befassen. BW
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