Schüler initiierten eine Gedenktafel an der Grundschule am Sandhaus

Kulturstadtrat Dr. Torsten Kühne weihte gemeinsam mit Schülern der Grundschule am Sandhaus die Gedenktafel ein. (Foto: Bernd Wähner)

Buch. Auf dem Grundstück der Grundschule am Sandhaus wurde eine Gedenktafel enthüllt. Auf ihr wird daran erinnert, dass in der Schulturnhalle in der Zeit des Zweiten Weltkriegs etwa 90 Zwangsarbeiter leben mussten.

Die Idee, eine Gedenktafel aufzustellen, entstand Anfang 2014. Seinerzeit stellten die Grundschüler mit Schülern der nahe gelegenen Marianne-Buggenhagen-Schule für Körperbehinderte die Ergebnisse eines gemeinsamen Forschungsprojekts zur Zwangsarbeit in Berlin-Buch in der Turnhalle vor.

Die Schüler recherchierten, wo Zwangsarbeiter eingesetzt wurden, wo sie untergebracht waren und wie viele von ihnen ihr Leben in Buch ließen. Als äußerst fachkundige Gesprächspartnerin stand Rosemarie Pumb zur Verfügung. Diese erforscht seit vielen Jahren die Geschichte der früheren Krankenhausstadt Buch. Sie erfuhr dabei auch vieles über die Zwangsarbeiter.

Im gesamten Ortsteil waren insgesamt zirka 1000 Zwangsarbeiter aus 21 Nationen eingesetzt. Sie verrichteten vor allem Arbeiten in Krankenhäusern, auf dem Güterbahnhof sowie auf Bauernhöfen. Nach bisherigem Erkenntnisstand verstarben etwa 450 Zwangsarbeiter.

Die Schüler aus 5. und 6. Klassen suchten die Arbeitsorte auf und fotografierten deren aktuellen Zustand. Ganz besonders widmeten sie sich aber der Turnhalle der Grundschule am Sandhaus, in der 90 Zwangsarbeiter, fast alle aus der Ukraine, schlafen, essen und ihre wenige freie Zeit verbringen mussten.

Auf Anregung ihres Schulleiters Andreas Grimm setzen sich die Schüler seit Anfang 2014 für eine Gedenktafel ein. Der Vorsitzenden der Pankower Gedenktafelkommission, Kulturstadtrat Dr. Torsten Kühne (CDU), nahm sich des Themas an. Er konnte die Gedenktafelkommission für diesen Vorschlag begeistern.

Danach war ein Text von Fachleuten zu erarbeiten und mit bezirklichen Gremien abzustimmen. Und danach warteten alle Beteiligten darauf, dass die Straßenbauarbeiten im Bereich der Schule an der Wiltbergstraße 37/39 fertig werden. Die Gedenktafel steht nämlich genau am Zaun zur Straße hin. Weil wegen Bauverzögerungen allerdings noch kein Ende abzusehen ist, entschlossen sich alle Beteiligten, die Tafel trotzdem vor den Sommerferien zu enthüllen. BW
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