Maison de France: Alles bleibt, wie es ist

Hier spricht Berlin französisch: Das Maison de France an der Ecke Uhlandstraße bereichert den Kurfürstendamm seit dem Jahr 1950. (Foto: Schubert)

Charlottenburg. Der Fortzug des Institut français vom Kurfürstendamm war schon beschlossene Sache, eine Petition schien vergebens. Aber jetzt kam die Kehrtwende - auf Ansage aus Paris.

Das Kommuniqué trug die Unterschrift von Laurent Fabius. Den Inhalt des Schreibens hatte man vielleicht noch erhofft, aber nicht mehr erwartet. Denn der Außenminister des Kabinetts Hollande verfügte: Alles bleibt, wie es ist.

Im Grunde stand der Abschied des Instituts vom Kurfürstendamm schon seit vergangenem Frühjahr fest. Es sollte seine Arbeit in den Räumen der französischen Botschaft am Brandenburger Tor fortführen. Das denkmalgeschützte Stammgebäude wollte man samt Kino veräußern. Darüber, dass das französische Flair vom Boulevard verschwindet, hatten Bezirkspolitiker und Anwohner damals Bedauern geäußert. Die Freunde des Instituts sowieso. Eine 14 000 Namen starke Petition hatte die Entscheidungsträger lange unbeeindruckt gelassen, obwohl sogar Prominente wie Wim Wenders, Barbara Thalheim und Alexander Graf Lambsdorff unterzeichnet hatten. "Ein Verkauf der Immobilie hätte mit großer Wahrscheinlichkeit auch das Ende des Traditionskinos bedeutet", schreibt Katja Schubert von der Yorck-Kino GmbH, die in diesem Hause das Cinema Paris betreibt.

"Auf Grundlage der Evaluierungsergebnisse habe ich entschieden, dass das Institut français Berlin in seinen bisherigen Räumlichkeiten im Maison de France am Kurfürstendamm bleibt", lenkt nun Außenminister Fabius in seiner Verfügung ein. "Diese Entscheidung ermöglicht es dem Institut, weiterhin seiner ganzen Rolle zum Nutzen der Verbreitung der französischen Kultur in Berlin gerecht zu werden."

Das Haus an der Ecke Uhlandstraße beherbergt nicht nur das Cinema Paris - ein Kino, in dem Filme mit deutschen Untertiteln laufen. Mit seinen rund 50 Mitarbeitern organisierte es auch Ausstellungen, Sprachkurse und Konzerte, betreibt sogar eine eigene Bibliothek.

All das hätte im Botschaftsgebäude am Pariser Platz kaum Platz finden können - und wäre mit den dortigen Sicherheitsvorkehrungen nur umständlich in Einklang zu bringen gewesen. Kraft des neuen Beschlusses aus Paris bleiben die Berliner Diplomaten also unter sich. Und der Kurfürstendamm behält seinen französischen Hauch.


Thomas Schubert / tsc
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