Private Anbieter machen Taxifahrern Konkurrenz

Berlin. Die Taxifahrer sind sauer. Onlinedienste bringen private Fahrer und Mitfahrer per App zusammen und schnappen so Kunden weg. Die Konkurrenz verspricht nämlich, günstiger zu sein, bietet aber weder Versicherungsschutz noch offizielle Lizenzen und zahlt keine Steuern.

Eine Taxifahrt vom Flughafen Tegel zum Alex kostet je nach Verkehrslage rund 22 Euro. Onlinedienste wie Uber Pop oder Wundercar soll rund 20 Prozent günstiger sein, versprechen die Anbieter. Sie vermitteln Fahrgäste per App an private Fahrer, die so zur direkten Konkurrenz für Taxifahrer werden.

Die sind mittlerweile so verärgert, dass sie Mitte Juni europaweit gemeinsam demonstrierten. "Es geht hier nicht um Wettbewerb, sondern um Angebote, die illegal sind", beschwert sich Richard Leipold, Vorsitzender der Berliner Taxivereinigung, der bereits gegen den Limousinenfahrdienst der Firma Uber eine Klage vor dem Landgericht eingereicht und gewonnen hat.

Die Vermittlung der privaten Fahrer stuft er als gefährlich ein. Die hätten weder eine Lizenz oder eine gesonderte Versicherung, noch müssen sie sich Gesundheitschecks unterziehen oder ihr Fahrzeug überprüfen lassen. All das verursacht bei regulären Taxifahrern hohe Kosten. Die müssen zudem ihr Einkommen versteuern. Umso ärgerlicher findet Leipold, dass das Land Berlin bislang nichts tut: "Die Fahrer verstoßen gegen das Personenbeförderungsgesetz."

"Wenn die Online-Vermittler, statt Provisionen zu kassieren, Steuern und Abgaben zahlen würden, könnten sie ihre Preise nicht halten." Die Taxi-Fahrpreise sind dagegen vom Senat nach Abwägung zwischen den Interessen der Fahrgäste und der Taxifahrer festgelegt. Pro Kilometer gibt es feste Sätze, dazu kommen die Anfahrt sowie Zuschläge, zum Beispiel, wenn sich der Verkehr staut.


Jana Tashina Wörrle / jtw
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