U-Bahnhof soll in Freie Universität umbenannt werden

Soll hier bald "Freie Universität" stehen ? (Foto: Ulrike Martin)
Berlin: Henry-Ford-Bau |

Dahlem. Schon seit 2007 wird über eine mögliche Umbenennung des U-Bahnhofs Thielplatz in Freie Universität diskutiert. Jetzt sollen die Bürger gehört werden.

In einem Bürgergespräch wollen die Freie Universität (FU) und das Bezirksamt die Meinung der Kiezbewohner einholen. Die FU plädiert seit ihrem Aufstieg zur Exzellenz-Universität im Jahr 2007 für eine Umbenennung. "Der U-Bahnhof bildet eine zentrale Zulaufstation für die Freie Universität Berlin. Eine Umbenennung soll Studierenden, Wissenschaftlern und Gästen in Berlin und Dahlem die Orientierung erleichtern, es besteht aber auch das Interesse, die herausragende Bedeutung der Freien Universität hervorzuheben", erklärt Goran Krstin, der Pressesprecher von FU-Präsident Peter André Alt.

Die BVV, der Berliner Fahrgastverband IGEB sowie Ex-Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) sprachen sich damals für den Vorschlag der FU aus. Seitdem wird kontrovers über den möglichen neuen Namen diskutiert.

BVG-Sprecherin Petra Reetz sieht den Vorschlag kritisch: "Ein Bahnhofsname ist für uns als Verkehrsunternehmen eine Orientierungshilfe. Die Freie Universität hat aber keinen klassischen Campus." So seien viele Institute etwa auch am U-Bahnhof Dahlem Dorf zu finden. Neue Studenten, die sich noch nicht auskennen, könnten durch den Namen "Freie Universität" verwirrt werden.

Die SPD teilt die Meinung. Sie wolle aber dem Bürgerwillen nicht im Wege stehen. "Wenn aber umbenannt wird, sollte wenigstens der alte Bahnhofsname von 1913 unterhalb des neuen Namens bestehen bleiben", erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Buchta.

Bürgermeister Norbert Kopp (CDU), dessen Partei hinter der geplanten Umbenennung steht, lässt das Argument der BVG nicht gelten. Einen Thielplatz in Dahlem gibt es nicht. Insofern greife das Argument nicht, dass bei der Namensgebung eines U-Bahnhofes regionalen Gesichtspunkte berücksichtigt werden müssten.

Die Finanzierung der Umbenennung wird auf etwa 300.000 Euro geschätzt. Die FU überlegt, dieses Geld über Spenden zu finanzieren.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will nun zunächst die Meinung der Bürger einholen, um über die mögliche Umbenennung zu entscheiden. Die FU freue sich auf den regen Austausch mit den Kiezbewohnern, sagt Goran Krstin: "Wir sind neugierig auf die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und erwarten auch ein großes Interesse an der Diskussion über eine Umbenennung des U-Bahnhofes."

Das Bürgergespräch findet am Dienstag, 10. März, ab 19 Uhr im Henry-Ford-Bau an der Garystraße 35 statt.

Stefanie Roloff / sr
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