Hohlräume gefährden Naturparadies: Wie gefährlich ist der Untergrund?

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) bei ihrem Besuch im Nachbarschaftsgarten im April. Anlass war die Aktion „Bunte Meter“, zum Einsetzen heimischer Wildblumensamen. (Foto: BMUB/Sascha Hilgers)
Berlin: Kita Menschenskinder |

Friedrichshain. Das Freigelände um die Kita Menschenskinder in der Fürstenwalder Straße ist ein besonderes Biotop.

Bisher bezog sich diese Feststellung auf den dort angelegten Nachbarschaftsgarten, der über den Kiez hinaus Beachtung findet. Aber jetzt gibt es ein Problem: Das Gelände befindet sich auf unsicherem Untergrund.

Laut einem Gutachten wurden dort „bauschutthaltige Abfüllsubstrate Hohlräume“ festgestellt, was übersetzt heißt, es befinden sich noch Reste ursprünglicher Gebäude im Boden. Der könne deshalb als „stark sackungsgefährdet“ betrachtet werden.

Daraus zog das Bezirksamt den Schluss, dass auf dem Grundstück eine umfassende Tiefenentrümmerung vorzunehmen ist. Sie würde aber bedeuten, auch die vorhandenen Bäume müssten gefällt werden. Und auch der Garten würde erst einmal verschwinden.

Die Standsicherheit sei dort nicht hundertprozentig gewährleistet, erklärte Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnis90/Grüne). „Wir möchten keine umstürzende Schaukel erleben.“

Auch vielen Kita-Eltern liegt der Schutz ihrer Kleinen natürlich am Herzen. Gleichzeitig können sie aber nicht so ganz nachvollziehen, dass dafür ein Kahlschlag im Garten nötig ist.

Zweifel an Kahlschlag in Brief formuliert

Denn zum einen werde das Gelände ja „unstreitig nicht bebaut“, heißt es unter anderem in einem Brief, der der Berliner Woche vorliegt. Deshalb sei auch nicht mit schweren Lasten zu rechnen. Und auch nach den bisherigen Tiefenbohrungen, lasse sich nach ihrer Meinung kein so gravierender Eingriff auf der gesamten Fläche ableiten.

Stattdessen heben die Eltern hervor, dass sie sich gerade wegen des „naturnahen Konzepts“ für diese Kita entschieden hätten. Eine Tiefenentrümmerung mag in Bereichen des Freigeländes erforderlich sein und dieser Möglichkeit werde man sich auch nicht verschließen. Aber „unser urbanes Paradies droht durch ihr vorschnelles Vorgehen und ohne hinreichende Tatsachengrundlage zerstört zu werden“, heißt es ebenfalls in dem Schreiben.

Der Bezirk hat auf die Einwände inzwischen mit dem Auftrag für ein Zweitgutachten reagiert. Es soll im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) für Friedrichshain-West finanziert werden. tf
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