Mehr Platz für Kinder: Friedrichshain-Kreuzberg stößt bei Kitaausbau auf Hürden

Der Kinderladen „Bande“ in der Oranienstraße gehört zu den Kitas, die von Verdrängung bedroht sind. Am Nikolaustag 2017 machte die Einrichtung mit einer Demonstration auf ihre Lage aufmerksam. (Foto: Caro Hoene)
In Friedrichshain-Kreuzberg leben rund 18 000 Kinder unter sechs Jahren. Ihnen stehen aktuell 14 760 Angebote in Kindertagesstätten gegenüber.

Das ist eine bessere Quote als in vielen anderen Bezirken. Aber auch sie ist noch ausbaufähig. Deshalb soll es bis 2020 weitere mehr als 1400 Kitaplätze geben.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen aber einige Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden. Die erste betrifft mögliche Flächen.

Schon grundsätzlich sind Grundstücke für Neu- oder Erweiterungsbauten knapp. Und wo es sie noch gibt, bestehen manchmal andere Hürden. So zum Beispiel an drei Standorten, die für sogenannte modulare Kitabauten vorgesehen waren. Nämlich an der Luckauer-, der Reichenberger- und der Urbanstraße. Dort passen aber die immer in gleicher Größe hergestellten Fertiggebäude nicht. Deshalb werde jetzt nach "individuellen Lösungen" gesucht, sagt Bürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis 90/Grüne). Sprich: feste Gebäude.

Laut Bürgermeisterin halten sich Angebot und Nachfrage bei den Kitaplätzen derzeit einigermaßen die Waage. Auch weil sich der Bezirk bereits früh um den Ausbau gekümmert habe. Der aber auch Ortsfremden zugute kam. Nach ihren Angaben besuchen mehr als 1000 Kinder, vor allem aus Neukölln, Tagesstätten in Friedrichshain-Kreuzberg. Dazu kommt, dass etwa 400 Plätze derzeit nicht genutzt werden können. In einigen Fällen liegt das an Bauarbeiten, häufiger aber an fehlendem Personal. Denn es gibt einen großen Mangel an Erzieherinnen.

Insgesamt sei es schon nicht einfach, den Bestand zu sichern. Denn wegen hoher Mieten oder weil die bisherigen Verträge nicht verlängert werden, werden immer wieder Einrichtungen verdrängt. 2017 fielen dadurch 55 Plätze weg. Aktuell stehen rund 100 auf der Kippe. Neue Objekte anzumieten sei für viele Träger fast unmöglich. Verlangt würden inzwischen Quadratmeterpreise von bis zu 17 Euro.
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