"Berliner Herz": Ehrenamtliche des ambulanten Kinderhospizes unterstützen Familien

Jürgen und Monika Stengel (links) und Rena Kjer (rechts) engagieren sich im Kinderhospiz "Berliner Herz". Dabei werden sie von Projektleiterin Christiane Edler unterstützt. (Foto: Klaus Tessmann)
Berlin: Hospiz |

Friedrichshain. „Berliner Herz“ heißt das ambulante Kinderhospiz des Humanistischen Verbandes. Seit acht Jahren stellt es den Eltern schwerstkranker junger Menschen im Alter bis 30 Jahren seine Familienbegleiter zur Seite. Im vorigen Jahr kam das Kindertages- und Nacht-hospiz in der Lebuser Straße 15a dazu.

In dieser neuen Einrichtung werden Kinder und Jugendliche mit lebensbedrohenden Krankheiten sowohl medizinisch als auch ganz persönlich betreut. Familien können hier ihre Kinder für wenige Stunden oder Tage pflegen und betreuen lassen. Damit sollen die Eltern entlastet werden. Denn durch die häufig intensive Pflege des Kindes kommen im Alltag die Erholung der Eltern und die Zuwendung an die Geschwister zu kurz.

„Seit dem 13. März 2015 können Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bei uns teil- oder vollstationär betreut werden“, erklärt die Projektleiterin Christiane Edler. Im Hospiz in der Lebuser Straße werden zwölf Bewohner ständig betreut, über 100 Patienten in der ganzen Stadt bekommen ambulante Hilfe vom "Berliner Herz".

Vom Ehrenamt aus der Zeitung erfahren

Viele ehrenamtliche Mitstreiter sind im Hospiz tätig. Dazu gehören auch Monika und Jürgen Stengel. Sie kommen aus Buckow mindestens einmal in der Woche für einige Stunden in das Haus in Friedrichhain. Das Ehepaar hatte vor einem Jahr in der Zeitung über das Hospiz gelesen und sich für eine ehrenamtliche Arbeit interessiert. Am Anfang stand ein sechsmonatiger Lehrgang, bei dem die Ehrenamtlichen zu Familienbegleitern ausgebildet wurden.

Über ihre Beweggründe sagt Jürgen Stengel: „Wir haben zum Glück gesunde Kinder und Enkelkinder, wir möchten Eltern helfen, die es nicht so gut haben.“ Und so beschäftigt sich das Ehepaar hauptsächlich mit den Geschwistern oder den Eltern von Patienten aus dem Hospiz. „In so einem Haus gibt es immer etwas zu tun“, sagt Monika Stengel. Die beiden Buckower packen überall dort mit an, wo helfende Hände benötigt werden. Dazu gehört auch die Vorbereitung von kleinen Festen und Veranstaltungen im Haus.

Nach einem Jahr schon "Familienmitglied"

Rena Kjer ist schon seit zwölf Jahren in der ehrenamtlichen Familienbegleitung tätig. „Dabei gehe ich direkt nach Hause zu den Familien, die vom 'Berliner Herz' betreut werden.“ Seit einem Jahr kümmert sie sich um eine Familie mit drei Kindern in Zehlendorf. „Das jüngste Kind ist sehr schwer krank“, sagt Rena Kjer. Deshalb macht sie mit den Geschwister Hausaufgaben, geht mit ihnen zum Fußballspielen oder übt Rollenspiele. „Nach einem Jahr bin ich schon Familienmitglied geworden“, freut sie sich.

Die Betreuer werden vom „Berliner Herz“ in ihrer Arbeit nicht allein gelassen. Denn in ihrer Tätigkeit erleben sie manchmal Dinge, die oft schwer zu verarbeiten sind. Deshalb treffen sich die Familienhelfer einmal im Monat zu einer Beratung, um über ihre Gedanken und Erfahrungen zu reden.

Alljährlich am 10. Februar veranstaltet der Deutsche Kinderhospizverein (www.deutscher-kinderhospizverein.de) den Tag der Kinderhospizarbeit. Symbol dieses Tages ist ein grünes Band, das man an Autoantennen, der Kleidung, Bäumen oder Fenstern befestigen kann, um sich solidarisch mit erkrankten Kindern und deren Familien zu zeigen. KT

Im März beginnen beim "Berliner Herz" wieder Kurse für Familienbegleiter. Infos gibt es auf www.kindertageshospiz-berlin.de oder im Kindertages- und Nachthospiz „Berliner Herz“, Lebuser Straße 15a,  284 70 17-07, -06.
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