Um das RAW-Gelände hat sich die Zahl der Straftaten versechsfacht

Friedrichshain. Gefühlt gelten die Revaler Straße und das angrenzende RAW-Areal bereits seit längerem als Kriminalitätsschwerpunkt. Das wird jetzt durch entsprechende Zahlen bestätigt.

Nach Angaben der Senatsverwaltung für Inneres wurden dort in diesem Jahr bis Ende September bereits 920 Straftaten verzeichnet. Das sind schon mehr als im gesamten Jahr 2013, wo es 914 Delikte gab. Herausgegeben hat die Innenverwaltung diese Erhebung nach einer entsprechenden Anfrage des SPD-Fraktionsvositzenden Andy Hehmke in der BVV. Wie rapide der Anstieg verlaufen ist, zeigt sich vor allem beim Betrachten der Statistik seit 2009. Damals wurden insgesamt 168 kriminelle Handlungen aufgeführt. Binnen fünf Jahren hat sich die Zahl also fast versechsfacht.

Eine Hauptursache dafür ist, für Kenner der Gegend wenig überraschend, der Drogenhandel. Waren 2009 ganze drei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz aktenkundig, sind es in den ersten drei Quartalen 2014 bereits 308. Sie machen damit mehr als ein Drittel aller bisherigen Straftaten in diesem Jahr aus. Noch höher liegt die Zahl bei einfachem Diebstahl. Aktuell stehen dort 407 Fälle. 2013 waren es 392. Stark angestiegen sind außerdem Rohheitsdelikte, sprich Schlägereien oder gewalttätige Angriffe. 2009 wurde 65 Mal zugeschlagen, fünf Jahre später 175 Mal.

Spannend ist jetzt natürlich die Frage, wie mit diesen Ergebnissen umgegangen wird. Hier fallen die Antworten aber eher schmallippig aus. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien zwar in dieser Gegend häufiger präsent, verfolgen aber dort, gemäß ihres Auftrags, nur Ordnungswidrigkeiten und keine Strafsachen, erklärt der zuständige Stadtrat Dr. Peter Beckers (SPD). Werde Drogenhandel beobachtet, erfolge eine Meldung an die Polizei, der die meisten Fälle aber ohnehin bekannt seien.

Die Polizei verweist wiederum darauf, dass sie regelmäßig "Brennpunkteinsätze" in diesem Gebiet durchführt. Weitere Auskünfte zu "einsatz-, beziehungsweise ermittlungstaktischen Überlegungen" würden dagegen grundsätzlich nicht gegeben.

Dem Drogenproblem Herr zu werden ist nicht einfach. Schon im Görlitzer Park hat sich das gezeigt.


Thomas Frey / tf
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