Über Bauvorhaben an der Romain-Rolland-Straße entscheiden die Grundstückseigentümer

Auf dem Grundstück Romain-Rolland-Straße 13 sollen ein Autopflegecenter und eine Tankstelle entstehen. (Foto: Bernd Wähner)

Heinersdorf. An der Romain-Rolland-Straße plant ein Investor, ein Autopflegecenter zu bauen. Das erregt den Unmut einiger Kiezbewohner.

Das Grundstück befindet sich unmittelbar neben Kaufland. Abrissarbeiten auf dem Gelände weckten die Neugier etlicher Leser der Berliner Woche. Allerdings informierte kein Bauschild darüber, was dort geplant ist. Auf Anfrage ließ Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen), bis Anfang Dezember noch Stadtentwicklungsstadtrat von Pankow und inzwischen Verkehrsstaatssekretär wissen, dass vom Eigentümer der Bau eines Autopflegecenters geplant sei.

Dieses Vorhaben sehen einige Anwohner durchaus kritisch. Warum werde das Grundstück nicht für dringend benötigten Wohnungsbau genutzt, fragt zum Beispiel Manfred Neupert. Oder für andere strukturverbessernde Maßnahmen? „Wir haben in Heinersdorf acht Autowerkstätten, einige Servicebetriebe wie Carglass, Reifenhändler, Waschanlagen sowie drei Tankstellen mit entsprechendem Service“, so der Heinersdorfer.

„Das betreffende Grundstück Romain-Rolland-Straße 13 wurde bisher gewerblich genutzt“, erklärt der stellvertretende Amtsleiter Ingo Letsch im Auftrage der Bezirksamtsabteilung Stadtentwicklung und Bürgerdienste. „Die maßgebliche Umgebung weist ausschließlich gewerbliche Nutzung auf.“ Hinzu kommt, dass sich das Grundstück in dem Bereich befindet, für den das Bezirksamt Pankow die Aufstellung eines Bebauungsplanes mit der Nummer 3-10 beschlossen hat. Der Bebauungsplanentwurf sieht eine Festsetzung als Gewerbegebiet vor. Auch im Berliner Flächennutzungsplan ist dieses Gebiet als „gewerbliche Baufläche“ ausgewiesen. Gleiches gilt für den Stadtentwicklungsplan Gewerbe.

Aus diesem Grunde ist Wohnungsbau auf diesem Grundstück nicht möglich. Aber hätte dann nicht etwas anderes, als ein Autopflegecenter gebaut werden können? „Grundsätzlich steht es dem Grundstückseigentümer frei, sein Grundstück innerhalb des rechtlich zulässigen Rahmens zu bebauen“, erklärt Ingo Letsch. Beabsichtigt also der Eigentümer, ein Autopflegecenter zubauen, so ist es seine Entscheidung. Die Bauantragsunterlagen werden durch das Bezirksamt pflichtgemäß geprüft. „Die Baugenehmigung ist zu erteilen, wenn dem Bauvorhaben keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften entgegenstehen“, so Ingo Letsch.

Gegenwärtig liegen für die Romain-Rolland-Straße 13 ein Nachtrag für das bereits 2014 genehmigte Autopflegecenter sowie ein Bauantrag für eine Tankstelle vor. „Für diese Anträge sind die Prüfungen derzeit noch nicht abgeschlossen“, berichtet der stellvertretende Amtsleiter. Ingo Letsch weist außerdem darauf hin: „2017 soll für Heinersdorf ein Rahmenplan erarbeitet werden. Ziel ist die Erstellung eines Nutzungskonzepts und eines Leitbildes, welches die Bedürfnisse der Heinersdorfer berücksichtigt. Hierzu werden auch ein Werkstattverfahren sowie eine Bürgerbeteiligung durchgeführt. Problematiken im Ortsteil Heinersdorf, beispielsweise die Gewerbeentwicklung im Verhältnis zur Wohnnutzung und zum Verkehr, sollen in diesem Zusammenhang behandelt werden.“ BW
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