Das Gelbe Viertel ist jetzt Berliner Problem-Kiez

Das Gelbe Viertel, hier die Maxie-Wander-Straße, gehört erstmals zu den sozialen Problemgebieten in Berlin. (Foto: hari)

Hellersdorf. Das Gelbe Viertel ist bei Sozialmonitoring des Senats abgerutscht. Es zählt ab sofort zu den Stadtvierteln, die unter besonderer Beobachtung stehen.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung lässt alle zwei Jahre die Berliner Stadtviertel auf ihre Sozialdaten durchleuchten. Hieraus entsteht ein Atlas, in dem Berlin in gute und schlechte Stadtviertel aufgeteilt wird.

Erstmals taucht darin das Gelbe Viertel als Problemkiez auf. Das Wohngebiet umfasst das Gebiet zwischen der Carola-Neher-Straße und den U-Bahnhöfen Cottbusser Platz und Neue Grottkauer Straße.

Das Absinken des Gelben Viertels überrascht nicht wirklich. Es deutete sich bereits in den zurückliegenden Jahren an. Im Sozialbericht des Bezirksamtes von Marzahn-Hellersdorf aus dem jahr 2014 rangierte es bei der Arbeitslosigkeit mit 12,5 Prozent an vierter Stelle. Den gleichen schlechten Platz belegte es beim Anteil der Hartz-IV-Empfänger mit rund 32 Prozent. Die Anzahl der Hartz-IV-Emfpänger zwischen 50 und 65 Jahren sank zwar, dafür stieg die Zahl der Rentner, die von Grundsicherung leben müssen, im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent.

In dem nördlich angrenzenden Viertel um den Boulevard Kastanienallee richtet das Bezirksamt in diesem Monat ein Quartiersmanagement ein. Dieses Viertel zählte schon zuvor zu den sozialen Problemgebieten.

„Eine solch verschärfte soziale Problemlage können wir im Gelben Viertel noch nicht sehen“, erklärt Christian Gräff (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung. Die überraschend schnell verschlechterten Sozialdaten hingen im Gelben Viertel mit dem Asylbewerberheim zusammen, das sich seit 2013 in der Maxie-Wander-Straße befinde.

Einer der Vermieter im Gelben Viertel ist die Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft. „Hier wohnen hauptsächlich Kleinverdiener, also die Friseurin, die Krankenschwester oder der Taxifahrer. Aber auch Transferbezieher“, sagt Anja Libram von der Pressestelle. Allerdings könne sie keine negative Dynamik erkennen. „Die Fluktuation liegt leicht unter dem Durchschnitt, die Vermietungsrate ist aber konstant gut“, erklärt sie weiter. Bei Neuvermietungen achte die Gesellschaft auf eine gesunde soziale Mischung. hari
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