Unterwegs im Hochwassergebiet
Spenden aus Berlin sind angekommen

Das Logistikunternehmen HiCU GmbH stellte einen Sattelzug zur Verfügung, mit dem die Sachspenden transportiert wurden.
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Die Bilder aus dem Katastrophengebiet nach dem Hochwasser in NRW und Rheinland-Pfalz waren furchtbar. Wie kann man den Menschen helfen? Eine Bürgerinitiative aus Hellersdorf fackelte nicht lange und rief zu Sachspenden auf. Innerhalb kürzester Zeit kam enorm viel zusammen. Das Logistikunternehmen HiCU GmbH, das auch für die Berliner Woche fährt, stellte einen Sattelzug zur Verfügung. Hier die Schilderung des Spendentransports.

"Wir sind Sonntagabend gestartet. Unser Sattelzug war voll mit Sachspenden, gesammelt von der Bürgerinitiative Berlin-Hellersdorf, sortiert im Bürgerbüro eines Lokalpolitikers. Wir hatten vor allem Kleidung für Kinder und Erwachsene, Schuhe, Hygieneartikel, Wasser, Getränke, Kinderbetten, Decken, Bettwäsche und Handtücher geladen. Erster Zwischenstopp war in Spandau, wo ein Open-air-Kinobetreiber noch 118 Plastikstühle und zwei Notstromaggregate spendete.

Privat organisierte Annahmestelle
für Spenden

Unser Ziel war Houverath in der Nähe von Bad Münstereifel. Über persönliche Kontakte wussten wir, dass dort eine privat organisierte Annahmestelle für Spenden und eine Koordinierungsstelle von Helfern ist. Vor Ort erwarteten uns organisierte, fleißige Menschen, die in und um eine Turnhalle Spenden sammeln, sortieren und verteilen, Handwerkertrupps organisieren, Helfer vermitteln an Hilfsbedürftige. Sie nehmen von uns alle Hygieneartikel und das Wasser dankbar ab.

Wohnwagen und Autos
aus dem Schlamm ziehen

Neben der Turnhalle steht ein Tieflader aus Berlin, wir fragen nach dem Berliner Kollegen, es ist ein Bauunternehmen. Der Inhaber hat sofort nach der Flut einen Tieflader mit Radlader und Fahrer ins Hochwassergebiet geschickt, der Fahrer zieht Wohnwagen und Pkw aus dem Schlamm und sorgt für deren Bergung, unkompliziert, unbürokratisch. Wo er gebraucht wird, fährt er hin, seit einer Woche, sein Chef übernehme alle Kosten.

Aus den abgeschlossenen Dörfern kommn Hilferufe per Telefon mit der Bitte nach Lebensmitteln, Wasser, Werkzeug, Maschinen und Helfern. Die Dörfer sind vernetzt. Also wird geholfen. Man stellt die benötigten Spenden zusammen, packt sie in Autos und fährt in die Dörfer. Wir stehen neben den Helfern und hören Anrufe mit: Es werden 3-4 Mann gebraucht, eine Heizung muss überprüft, repariert und in Gang gesetzt werden. Private Bautrupps haben sich organisiert, es wird vermittelt, die Männer fahren los. Man fährt über Kiespisten zu den Bedürftigen, Achsen brechen, die Helfer organisieren Quads, die durch die schwer befahrbaren Gegenden kommen. Waschmaschinen werden gebraucht. Ein Helfer setzt sich ins Auto, kauft auf eigene Kosten 3 Stück, stellt sie hin: "Nehmt."

Es riecht fürchterlich

Die überfluteten Gebiete riechen fürchterlich, wir können am Abend die Autofenster schließen und wegfahren, die Anwohner nicht. Es wird dort noch monatelang riechen.

Mit eigenen Augen gesehen

Es kommt immer wieder die Bitte, davon in Berlin zu berichten. Dann bietet man uns an, uns in eines der gesperrten Täler zu bringen, wir sollen die Schäden mit eigenen Augen sehen. In einem Privatauto fahren wir los und sind sprachlos, Apokalypse fällt uns nur ein: Häuser, offen wie Puppenstuben, die andere Hälfte liegt zertrümmert Meter weiter. Wohnwagen und Autos, zusammengefaltet wie Pappkartons, hängen in 2-3 Metern Höhe in den Bäumen, entwurzelte Baumgruppen, die Straße ist weg, kein Asphalt mehr zu sehen, nur noch Kies, Leitplanken, geknickt wie Strohhalme, ragen in die Luft, überall Schlamm, es riecht übel. Anwohner kommen aus den Häusern. Wir fragen, wie es Ihnen geht, sie erzählen und sind froh über das Interesse. Was immer wieder kommt: "Wir sind froh, noch am Leben zu sein." Sie bedanken sich für die große Unterstützung aus der Bevölkerung.

Die Kleiderspenden fahren wir zum Busunternehmen Laschke nach Euskirchen. Dort wird ein Teil der Bushalle geräumt, um die Spenden aufzunehmen. Die Kollegen vor Ort helfen beim Entladen. Wir fahren zurück und werden am Thema dranbleiben. Hilfe wird in 2 Wochen, 8 Wochen und auch noch in 3 Monaten gebraucht. Es soll nicht nur eine Unterstützung in der ersten Euphorie bleiben."

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Lokalredaktion aus Mitte

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