Infotafeln auf dem Friedhof

Grabsteine für die 1920 durch die Reaktion ermordeten Anhänger der Weimarer Republik. (Foto: Ralf Drescher)

Adlershof. Der Friedhof an der Friedlander Straße ist selbst ein Stück Geschichte der früheren Kolonistensiedlung. Nun informieren zwei Tafeln über die Begräbnisstätte.

Das Kolonistendorf Adlershof wurde 1754 auf königlichem Grund und Boden im Köpenicker Forst gegründet. Die Anlage des Friedhofs erfolgte erst im 19. Jahrhundert.1877 fand die erste Beisetzung statt. Ein „Bahrungshaus“ zur Aufbahrung der Verstorbenen entstand 1883 und ein Brunnen für die Wasserversorgung 1884. Im Jahr 1885 wurde das Friedhofsareal eingezäunt. Albert Pförtner errichtete 1894 die Feierhalle in rotem und gelbem Backstein. Von anfangs 5462 Quadratmetern wurde das Areal mehrfach auf eine Fläche von heute 121 223 Quadratmetern erweitert. Das ist Gegenstand der einen Tafel.

Die zweite ist den Opfern des Kapp-Putsches im Jahr 1920 gewidmet. Sie befindet sich direkt an der Gedenkstätte. Damals versuchten kaisertreue reaktionäre Militärs, die junge Weimarer Republik zu stürzen. Ihr Eintreten für die Demokratie kostete zwölf Menschen aus Adlershof und drei Köpenicker das Leben. Sie ruhen in einer gemeinsamen Grabanlage. Die 1921 geweihte Anlage wurde nach 1933 durch die Nationalsozialisten zerstört. Der heutige Ehrenhain stammt aus dem Jahr 1970, auch darüber informiert die neue Tafel. Sie weist auch auf den Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp (1858-1922) als Rädelsführer des Putschversuchs hin.

Beide Tafeln wurden auf Antrag des Bürgervereins Cöllnische Heide mit Geld aus der Kiezkasse hergestellt. Die inhaltliche Gestaltung hat der Heimatverein Köpenick übernommen. Auf dem Adlershofer Friedhof gibt es bereits Informationstafeln zu den Gräbern Prominenter, darunter Schriftstellerin Liselotte Welskopf-Henrich, Schauspieler Wolfgang Heinz und der frühere Treptower Bürgermeister Michael Brückner. RD
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