Köpenicker Gymnasium als Schule ohne Rassismus geehrt

Das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium ist jetzt Schule ohne Rassismus. (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. In diesen Tagen ist im Foyer des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums an der Oberspreestraße eine Plakette angeschraubt worden. Es trägt jetzt die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Die Idee, sich um diesen Titel zu bewerben, kam von den Schülern. „Eine Schülerin hat das vor drei Jahren vorgeschlagen und in die Schülervertretung eingebracht. Schon nach wenigen Monaten hatte sie viele Schüler und auch Lehrer hinter ihrer Idee“, erzählt Leiter Wolfgang von Schwedler.

Als Paten für die Auszeichnung konnte Toni Krahl (67), der Sänger der Band „City“, gewonnen werden. Krahl hatte die Alexander-von-Humboldt-Schule ab 1965 besucht. Nachdem er 1968 gegen den Einmarsch der Sowjets in Prag protestiert hatte, musste er sie verlassen und wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

„Es ist schon merkwürdig, dass man heute wieder Mut zeigen muss, wenn man gegen Rassismus ist. Solange das so ist, mache ich den Zeitzeugen. Ich wünsche mir, dass Berlin eine Stadt ohne Rassismus wird“, sagte Toni Krahl in seiner Rede zur Übergabe der Auszeichnung.

Sie wird seit 1995 vom Verein Aktion Courage vergeben. Dieser wurde als Reaktion auf rassistische Aktionen und Brandstiftungen mit rassistischem Hintergrund in Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda, Mölln, Solingen und anderen Orten gegründet. Um ausgezeichnet zu werden, müssen 70 Prozent der Schüler und Lehrer sich mit ihrer Unterschrift zu den Grundsätzen des Projekts bekennen. Unter anderem bekennen sich die Teilnehmer gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt. Bisher haben deutschlandweit 2500 Schulen mit rund 1,5 Millionen Schülern sich als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bekannt. RD

Wissenswertes zur Auszeichnung unter www.schule-ohne-rassismus.org.


Hier ein kurzes Video von der Ehrung:

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