Auszug aus der Turnhalle: 180 Flüchtlinge sollen in Tempohomes unterkommen

Auf der Brachfläche entlang der Alten Jakobstraße wird ein Containerdorf für Flüchtlinge entstehen. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Alte Jakobstraße, Ecke Franz-Künstler Straße |

Kreuzberg. Noch immer sind drei Sporthallen im Bezirk mit Geflüchteten belegt. Darunter auch das Gebäude in der Lobeckstraße.

Diese Bewohner können bald auf etwas mehr Wohnkomfort hoffen. Denn sie sollen zu den Nutznießer der geplanten Tempohomes gehören, die auf dem Grundstück an der Alten Jakob- und Franz-Künstler-Straße entstehen.

Mehr Details zu diesem Containerdorf gab es am 12. Dezember bei einer Informationsveranstaltung in der Flüchtlingskirche St. Simeon an der Wassertorstraße.

180 Personen sollen in den Tempohomes unterkommen, erklärte Claudia Langeheine, die Chefin des Berliner Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten. Der gesamte Komplex werde aus vier Wohn- und einem Funktionsgebäude mit Gemeinschaftsräumen bestehen. In einer Containerwohnung wäre Platz für vier Personen. Jede sei mit einem Sanitärbereich ausgestattet.

Die Arbeiten sollen im Januar beginnen, die Tempohomes im März bezugsfertig sein. Diese beiden Angaben versah Claudia Langeheine allerdings mit dem Zusatz "voraussichtlich". Denn bereits jetzt ist das Land Berlin nicht nur bei diesen Unterkünften im Verzug.

Wie der Name schon andeutet, handelt es sich bei den Bauten um temporäre Behausungen, die etwa drei Jahre in Betrieb bleiben. Während dieser Zeit plant der Bezirk auf dem Areal ein neues Quartier mit Wohnungen im preisgünstigen Bereich. Sie sollen Flüchtlingen ebenso wie Menschen mit geringem Einkommen sowie Studenten zugute kommen. Als Bauträger liegt eine städtische Wohnungsbaugesellschaft nahe. Das bereits seit mehreren Jahren leer stehende ehemalige Hostel der Schreberjugend an der Franz-Künstler-Straße wird abgerissen. Im besten Fall könnten dann die Containerbewohner in feste Häuser umziehen. Aber natürlich gibt es bis dahin noch einige Unwägbarkeiten.

Auch was die Tempohomes betrifft, sind nicht alle Fragen abschließend geklärt. Etwa, wer dort Betreiber wird. Angaben über die Kosten konnte oder wollte Claudia Langeheine nicht machen.

Bei der von rund 130 Personen besuchten Versammlung wurde der möglicherweise nahe Auszug aus der Turnhalle als Fortschritt betrachtet. Schon Bürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis90/Grüne) und Sozialstadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke) gaben diese Richtung vor. Auch die rechtzeitige Information wurde von Teilnehmern positiv erwähnt. Die wünschen sich viele Bürger auch, wenn es um die weitere Zukunft des Geländes geht. tf
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