Kultur und Bildung – Konferenz zum ehemaligen MfS-Areal

Für das ehemalige Stasi-Gelände zwischen Normannen- und Ruschestraße muss ein Konzept zur Nutzung entwickelt werden - weitere Standortkonferenzen sollen folgen. (Foto: Berit Müller)

Lichtenberg. Die „komplexe Problemlage des Areals“ hatte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) im Blick, als sie im August zu einer ersten, verwaltungsinternen Standortkonferenz aufs ehemalige Stasi-Gelände an der Ruschestraße einlud. Weitere Tagungen sollen folgen.

Es geht um das Stadtumbau- und Sanierungsgebiet Frankfurter Allee Nord im Allgemeinen und um das Areal des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) im Speziellen: Seit 2011 ist der sogenannte MfS-Block zwischen Rusche- und Normannenstraße eine von vier festgelegten Sanierungsinseln im Stadtumbaugebiet.

Wegen der Größe des Grundstücks, der komplizierten, zum Teil denkmalgeschützten Bausubstanz und den unterschiedlichen Nutzungen sei eine abgestimmte Standortentwicklung erforderlich, so Katrin Lompscher. Vor allem gelte es, die Potenziale des historisch bedeutsamen Ortes mit Angeboten für Bildung, Forschung und Erinnerung zu verbinden.

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, engagiert sich seit Jahren dafür, auf dem Gelände einen „Lernort für Demokratie“ zu etablieren.

Auch die Teilnehmer der Standortkonferenz waren sich einig, dass dieses Projekt der zeitgeschichtlichen Bedeutung des Ortes gerecht wird, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nach der internen Konferenz mit.

Zu dem Treffen hatten die Senatorin und der Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde diverse Vertreter der Senatsverwaltungen, der Bundesbehörden und des Bezirksamtes Lichtenberg eingeladen.

„Ein Ergebnis dieser Konferenz ist ein erster Konsens über die künftige Nutzung“, sagte Katrin Lompscher im Anschluss. „Sie soll darin bestehen, ein gemeinsames Archivzentrum des Bundesbeauftragten und des Bundesarchivs zu errichten. Außerdem sollen sich weitere Nutzer aus den Bereichen Kultur, Bildung und Gewerbe ansiedeln.“

Zusätzliche Wohnungen seien auf dem Gelände ebenso wenig geplant wie eine erneute Flüchtlingsunterbringung. Um die avisierten Vorhaben schrittweise umzusetzen, sei es notwendig, schnell einen Sanierungsfahrplan festzulegen, der zunächst Kosten und Finanzierungskonzepte beinhalte, so die Senatorin.

Öffentlichkeit einbeziehen

„Es ist mir außerdem wichtig, schon bald zu einer nächsten Gesprächsrunde mit Eigentümern und Nutzern einzuladen und auch die Öffentlichkeit in die aktuellen Planungen einzubeziehen.“ In welcher Form das geschehen soll, blieb vorerst offen. Mittelfristig wollen die beteiligten Behörden ein Standortmanagement einrichten. Das Gebiet soll künftig besser zugänglich sein, ohne seinen authentischen Charakter zu verlieren.

Katrin Lompscher: „Das wird aber Zeit brauchen. Die Standortkonferenz hat deutlich gezeigt, dass es viel Abstimmungs- und großen Handlungsbedarf gibt. Aber schon heute gibt es erste Umsetzungsschritte. So zum Beispiel für die Frankfurter Allee 187.“ Das Konzept für Kunst- und Kulturprojekte sei dort bereits realisierungsreif. bm
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