Andreas Prüfer (Die Linke) will nicht mehr als Stadtrat kandidieren

Andreas Prüfer, Stadtrat und Leiter der Abteilungen Bürgerdienste, Ordnungsangelegenheiten und Immobilien – und stellvertretender Bezirksbürgermeister. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Nach 15 Jahren im Amt ist Schluss: Andreas Prüfer (Die Linke) will nach der Wahl als Stadtrat ausscheiden. Doch eine künftige Mitarbeit in der Landesregierung schließt er nicht aus.

Nach der Wahl, so versichert Andreas Prüfer, wolle er erst mal "privatisieren, mal spät aufstehen". Und sich in die dann neu konstituierte Bezirksverordnetenversammlung als ganz normales Fraktionsmitglied setzen. Immerhin rangiert Prüfer auf der BVV-Liste zur Wahl am 18. September noch auf Platz 10. Das sichert ihm zumindest die Wahrscheinlichkeit, Teil der Fraktion zu werden.

"Nach der Wahl muss ja eine Bürgermeisterin gewählt werden", schmunzelt Prüfer und lässt zunächst offen, ob er mit der Bürgermeisterin die SPD-Spitzenkandidatin Birgit Monteiro oder die Linke-Spitzenkandidatin Evrim Sommer meint. Erst später wird er nachschieben: "Natürlich unterstütze ich unsere Spitzenkandidatin." Die Fraktion der Linken ist aktuell die größte in der BVV – das daraus resultierende Vorschlagsrecht für den Bürgermeisterposten verlor Die Linke in der vergangenen Wahl jedoch an die Zählgemeinschaft von SPD, CDU und Grüne. Die Linke kämpft nun im Zuge der Wahl, erneut stärkste Fraktion zu werden und den Bürgermeisterposten zurückzuholen.

Er hält sich aus der parteilichen Auseinandersetzung um die Spitzenkandidatur raus, ebenso aus der Entscheidung, wer sein Nachfolger als Stadtrat wird. Chancen auf den Posten hätte je nach Wahlausgang neben Evrim Sommer auch Michael Grunst, Platz 2 auf der Kandidatenliste der Linken und aktuell Stadtrat für Ordnungsaufgaben in Treptow-Köpenick. Es ist einer der Bereiche, den auch Andreas Prüfer seit 15 Jahren in Lichtenberg leitet.

Zu Beginn der aktuellen Legislatur hatte Andreas Prüfer den wichtigen Bereich Wirtschaft an den damaligen Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) abgeben müssen. Es ist eines der Ressorts, in denen viel bewegt werden kann: "Wir haben bis 2011 viel gedreht. Das hat Spaß gemacht. Die letzten fünf Jahre waren dagegen schwierig", sagt Prüfer.

Einer seiner größten Erfolge? Der Wirtschaftsraum im Osten Berlins werde neu wahrgenommen. "So kommen heute viele Neuansiedlungen in unseren Gewerbegebieten zustande." Auch im Bereich Ordnungsaufgaben und Bürgerdienste war es dem Stadtrat wichtig, den "Dienstleistungsgedanken" in die Ämter zu tragen. Seine Leistung war die Teilnahme an Modellprojekten wie dem "Maerker", das nun berlinweit als Online-Ordnungsamt für alle Bürger zugänglich ist.

Mit Andreas Prüfer verlässt ein echter Kenner die Bezirksverwaltung, der auch mal Lösungen jenseits des Protokolls suchte und so von vielen als bürgernaher Stadtrat wahrgenommen wurde. Für ihn ist klar, dass er nach dem Amtswechsel auch nicht auf Dauer Fraktionsmitglied in der Bezirksverordnetenversammlung bleiben wird.

Nicht nur als Geschäftsführer eines im Bezirk ansässigen Vereins sieht er eine Möglichkeit, seinem Berufsweg eine neue Richtung zu geben. Bei einer Beteiligung der Linken in der künftigen Landesregierung böte sich ihm zudem die Chance zur Mitwirkung. Es gibt bereits Gespräche auf Landesebene. "Ich würde aber weder Senator, noch Staatssekretär werden", sagt Prüfer. "Es wäre eher eine Referentenrolle." Der 57-Jährige bekräftigt, er sah sich auch in seiner Zeit als Stadtrat in Lichtenberg "immer einen Schritt hinter der Spitze laufend." KW
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