Sorge um Kleingärten: Bezirksamt soll für neue und gesicherte Parzellen sorgen

Lichtenberg. Die einen wollen mehr Sicherheit für Kleingartenanlagen, die anderen wünschen sich zusätzliche: In ihrer letzten Sitzung vor den Ferien beauftragten die Bezirksverordneten das Bezirksamt, die Lichtenberger Parzellen zu schützen.

Angesichts von Wohnungsknappheit und dem daraus resultierenden Bauboom scheint die Sorge, dass immer mehr Kleingärten aus der Stadt verschwinden könnten, nicht ganz unbegründet zu sein.

Damit es dazu in Lichtenberg nicht kommt, hatten sowohl die Fraktion Die Linke als auch die CDU im Frühjahr Anträge ins Bezirksparlament eingebracht, die sich um das Thema Erhalt von Kleingartenanlagen drehten. Beide Anliegen waren zunächst im Ausschuss für Stadtentwicklung und Mieterschutz diskutiert worden – und fanden dort Zustimmung. Und beide wurden nun in der Juli-Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (VBVV) beschlossen.

„Mehr als 4000 Interessenten für einen Kleingarten gibt es in Berlin“, sagt Norman Wolf, Fraktionsvorsitzender der Linken. „Die Warteliste ist lang, denn Kleingärten sind beliebt. Sie dienen der Naherholung und sind als Frischluftoasen eine Bereicherung für unsere Stadt. Dennoch sehen sich Kleingärtner einem immer größeren Druck durch den Wohnungsbau ausgesetzt.“

Um dieser Tendenz entgegenzusteuern, erhielt das Bezirksamt nun per BVV-Beschluss den Auftrag, weitere Flächen für potentielle Kleingartenanlagen auszuweisen und für deren Erschließung zu sorgen. Im Vermögen des Bezirksamtes Lichtenberg würden sich noch geeignete Flächen befinden, heißt es in der Begründung der Linksfraktion. Die Mittel, um diese Areale für Parzellen auszuweisen und zu erschließen, soll das Bezirksamt noch im Haushalt 2018/2019 einplanen.

Der CDU geht es hingegen darum, für Kleingartenanlagen auf Grundstücken der Deutschen Bahn, die noch nicht per Bebauungsplan gesichert sind, sogenannte Aufstellungsbeschlüsse für B-Pläne zu erlassen. Weil ein personell aufwendiges B-Plan-Verfahren nicht immer sofort möglich ist, sei dies ein geeigneter Weg, um Investoren von Bauanträgen abzuhalten und die Grünanlagen zu erhalten. bm
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Ralf Drescher aus Köpenick | 20.07.2017 | 06:23  
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