Anwohner fordern geordnete Verhältnisse für Katzenwäldchen

Sie sieht aus wie ein ganz normaler Parkplatz, doch eigentlich gehört die Fläche zur Grünanlage, die von den Anwohnern Katzenwäldchen genannt wird. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Wild in einer Grünanlage an der Frankfurter Allee abgestellte Fahrzeuge sind vielen Anwohnern ein Ärgernis. Die Wagenhalter befahren rücksichtslos den Fußweg, sorgen für Lärm und zerstören das Grün.

Katzenwäldchen nennen die Anwohner die kleine Grünanlage, die sich südlich an der Frankfurter Allee zur Albert-Hößler-Straße erstreckt. Durch diesen kleinen Park führt der an dieser Stelle einzige direkte Fußweg vom U-Bahnhof Magdalenenstraße in die Siedlung. "Bei starkem Regen steht das Wasser auf dem Fußweg und kann schon bis zum Knöchel reichen", ärgert sich eine Anwohnerin. "Ohne Gummistiefel geht da nichts."

Der mit Pflaster versehene Weg hat sich über die Jahre stark abgesenkt. Schuld daran könnte auch das wilde Parken mitten im Katzenwäldchen sein. Ein Teil der Grünanlage wird seit einigen Jahren als illegaler Parkplatz genutzt. "Etwa ein Dutzend Fahrzeuge sind keine Seltenheit", weiß Hans-Joachim Böhm vom Mieterbeirat Frankfurter Allee Süd.

Die Wagen werden zwischen den Bäumen geparkt oder fahren auf der Suche nach einem freien Platz auch schon mal mitten durch die Grünanlage und über den Fußweg. Böhm schüttelt bei solcher Rücksichtslosigkeit seinen Kopf. "In der Grünanlage wird auch Bauschutt abgeladen. Und so manch einer verrichtet hier gleich auch noch seine Notdurft." Die Anwohner fordern seit zwei Jahren nach einer Lösung für diese Probleme.

"Bisher haben wir das wilde Parken an der Stelle auch wegen der Stellplatznot im Gebiet geduldet, obwohl in der Grünanlage das Parken tatsächlich verboten ist", sagt der Stadtrat für Stadtentwicklung und Umwelt, Wilfried Nünthel (CDU). Am 15. September diskutierte der Stadtrat zusammen mit den Anwohnern mögliche Lösungen für die Probleme im Katzenwäldchen. So soll der als Parkplatz genutzte Teil zur Albert-Hößler-Straße hin beibehalten werden. "Längerfristig wäre es möglich, diesen Bereich der Grünanlage zu entwidmen und ganz legal Platz für etwa zwanzig Stellplätze zu schaffen", so Nünthel.

Hierzu müsste jedoch Straßenbau betrieben werden, und das sei teuer. "Wir müssen prüfen, wie eine solche Maßnahme zu finanzieren wäre." Die Schaffung von legalen Parkplätzen an dieser Stelle könnte wegen der klammen Kasse im Bezirksamt aber noch Jahre dauern, informierte Nünthel die Anwohner.

Schnellere Lösungen sollen bald in dem Teil des Katzenwäldchens greifen, der an der Frankfurter Allee liegt. "Hier werden wir mit einem Poller die Einfahrt zum Gelände versperren", so der Stadtrat. Der heute von den abgestellten Fahrzeugen platt gewalzte Boden soll mit Mutterboden aufgefüllt und begrünt werden.

Dann soll auch der befestigte Fußgängerweg erhöht werden, damit die Anwohner trockenen Fußes durch das Wäldchen kommen. Das Geld dafür soll aus der Grünflächenunterhaltung genommen werden.


Karolina Wrobel / KW
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