SPD Lichtenberg diskutiert über Verkehrsprobleme und Mobilität

Die SPD-Mitglieder Jutta Feige (l.) und Christian Paulus studieren mit Roy Sandmann (r.) vom ADFC das Radwegenetz. (Foto: Wrobel)
 
Der Chef der Lichtenberger SPD, Ole Kreins, sammelt Themen für den Wahlkampf. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Mit einer "Mobilitätsgarantie" will die SPD in Lichtenberg den Interessen von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern Rechnung tragen. Bei einer Regionalkonferenz diskutierten Mitglieder und Bürger mit Experten.

"Wir wollen den Lichtenbergern die Möglichkeit geben, an allen Verkehrsarten teilzunehmen. Unser Ziel ist eine Mobilitätsgarantie", sagt Ole Kreins. Der Chef der Lichtenberger SPD ist zugleich verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion im Abgeordnetenhaus. Er setzt sich nicht nur mit dem Thema "Verkehr" auf Landesebene auseinander, sondern kennt auch die bezirklichen Eigenheiten.

Mit den Magistralen wie der Frankfurter und Landsberger Allee zieht der Autoverkehr dicke Schneisen durch Lichtenberg. Bis zu 70 000 Fahrzeuge werden hier täglich gezählt. Manch einer nimmt gerne einen Schleichweg durch die Wohngebiete – zum Ärger der Anwohner. Andere kommen mit dem Fahrrad besser voran. Doch dazu braucht es gut ausgebaute Radwege und ein dichtes Netz. Auch Fußgänger haben es nicht immer leicht: Wer mit Kinderwagen oder Rollator unterwegs ist, schätzt es sehr, wenn Bordsteine abgesenkt und Gehwege eben sind.

Über diese Themen diskutierten die SPD-Mitglieder am 10. November mit Experten von freien Trägern, Vereinen und Institutionen. Einige der Ergebnisse und Forderungen sollen ins kommunale Wahlprogramm 2016 einfließen.

Schnell war klar: Beim Thema Verkehr stoßen viele Interessen aufeinander, die oft in Widerspruch zueinander stehen. "Park+Ride", also die Kombination von Autoverkehr und öffentlichen Verkehr, stand etwa auf der Wunschliste des Lichtenbergers Peter Augustin. "Dafür bräuchte es mehr Parkplätze an den S- und Regionalbahnhöfen im Bezirk", sagte er.

Andere Teilnehmer forderten an diesen Bahnhöfen vor allem Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Da könnte sich im nächsten Jahr etwas tun. "Tatsächlich gibt es im Bezirksamt die Überlegung, im Rahmen eines Pilotprojektes zwei verschließbare Boxen für Fahrräder auf den Bahnhöfen Lichtenberg und Karlshorst einzurichten", erklärte Jutta Feige (SPD), Vorsitzende des bezirklichen Ausschusses für Öffentliche Ordnung und Verkehr.

Für mehr Verkehrssicherheit sprach sich Roy Sandmann, Sprecher der Lichtenberger Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), aus. "Radverkehr zu fördern, fängt bei den Kindern an. Deshalb sollten die Angebote der Jugendverkehrsschule ausgebaut werden", so Sandmann. Die Wirklichkeit sähe aber leider ganz anders aus, die Schulen könnten sich personell und finanziell kaum noch über Wasser halten.

Einigen Konferenzteilnehmern war es vor allem wichtig, die nächste Bus- oder Straßenbahnhaltestelle einigermaßen schnell zu Fuß erreichen zu können. Besonders im Wohngebiet an der Mellenseestraße wurden die großen Entfernungen beanstandet.

Barrierefreien Zugang mahnten andere an. Ärgerlich sei es beispielsweise, wenn die BVG den Einsatz von benutzerfreundlichen "Niederflurfahrzeugen" ankündige und die dann nicht kämen.

Selbst, wenn die Großen Gelben pünktlich an der Haltestelle stoppen, kann noch etwas schiefgehen. Das wissen viele, die Erfahrungen mit den stets gut gefüllten Bussen der Linie 296 haben, die zwischen Bahnhof Lichtenberg und Karlshorst verkehren. "Rollatoren passen da oft nicht mehr hinein", sagte eine Seniorin. KW
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