Kino Sojus wird abgerissen

Das Gebäude des ehemaligen Kino Sojus ist in schlechtem baulichen Zustand. Es wird abgerissen. (Foto: hari)

Marzahn. Seit Jahren rottet die Hülle des ehemaligen Kinos Sojus vor sich hin. Jetzt gibt es eine Perspektive: Abriss und Neubau.

Der soll Platz bieten für einen Rewe-Markt, ein Pflegeheim und ein Parkhaus. Im Winter soll der Abriss beginnen.

Nachdem der letzte Betreiber des Kinos im Jahr 2007 ausziehen musste, blieb das Gebäude verlassen und verwahrloste zusehends. Es wurde Ziel von Vandalen, wovon splitternde Gläser von Fenstern und Türen zeugten. Vom Eigentümer war über Jahre nichts zu hören. Das Bezirksamt versuchte vergeblich mehrfach, Kontakt herzustellen. Schließlich sorgte das Bezirksamt für Sicherheit, indem es notdürftig Fenster und Türen mit Platten verschließen ließ und hierfür die Kosten verauslagte.

Währenddessen wurde der westliche Teil des Helene-Weigel-Platzes umgestaltet und auf der östlichen Seite der Hochhäuser bekamen auch umliegende Gebäude eine neue Fassade. Bei den Diskussionen um die Zukunft des Platzes war der Stillstand am Sojus immer wieder Stein des Anstoßes. Die Wiedereröffnung des Kinos stand niemals zur Debatte.

Das Gebäude wurde 1981 errichtet. Es sollte mit dem Kino schnell wachsende kulturelle Bedürfnisse in dem Plattenbaugebiet befriedigen. Geschichtlich belegt ist, dass Erich Honecker sich persönlich für den Kinobau einsetzte.

Bereits wenige Jahre nach der Wende begannen schwierige Zeiten. Nach der Eröffnung des UCI-Multiplexkinos an der Marzahner Promenade musste das Kino 1999 zum ersten Mal geschlossen werden. Die Linke machte sich noch nach 2007 mehrfach für den Erhalt zumindest des Gebäudes stark. Über Ansätze zu Überlegungen für eine gemischte kulturelle Nutzung kam die Diskussion jedoch nicht hinaus.

Der Schriftzug „Sojus“ soll laut BVV-Beschluss erhalten bleiben und nach dem Abriss für eine etwaige weitere Verwendung eingelagert werden. „Eine kulturelle Nutzung des Objekts war aufgrund seines Bauzustands nicht mehr möglich, der Abriss war die einzig verbleibende Option“, erklärt Christian Gräff (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung. hari
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