Ortsumfahrung Ahrensfelde: Stadtrat fordert vom Senat Geldzusage

An der Grenze zwischen der Gemeinde Ahrensfelde und Marzahn-NordWest in der Märkischen Allee stauen sich täglich die Autos. (Foto: hari)

Marzahn. Seit Jahrzehnten drücken die Verkehrsprobleme zwischen dem Norden von Marzahn und der Gemeinde Ahrensfelde. Die Planungen für die Ortsumfahrung gehen nicht voran und das Land Berlin schweigt, weil es sich nicht an den Kosten beteiligen will.

Seit rund einem Jahr ist klar: Das Land Berlin muss sich an der Finanzierung der Ortsumfahrung beteiligen, sonst übernimmt der Bund nicht seinen Anteil von rund 40 Millionen Euro. Der Knackpunkt ist der Schallschutz. Geplant ist der Bau eines sogenannten Troges in der Klandorfer Straße, eine Unterführung für den Autoverkehr. Die Kosten betragen geschätzte zehn Millionen Euro, die bis vor einem Jahr auch der Bund tragen wollte. Da hat aber der Bundesrechnungshof festgestellt, dass Schallschutzwände ausreichen würden. Die Trog-Lösung müsse der Senat bezahlen, wenn er sie wolle.

Auf einer Einwohnerversammlung Ende November erkärte der Stadtrat für Stadtentwicklung von Marzahn-Hellersdorf, Christian Gräff (CDU), dass er seit dem Frühjahr gemeinsam mit dem Bürgermeister der Gemeinde Ahrensfelde und dem Landrat von Märkisch-Oderland, den Senat zu dieser finanziellen Zusage dränge. Mit der Zusage könne das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden, erklärte er den Anwohnern.

Viele Menschen in Ahrensfelde und in Marzahn wollen aber den Trog nicht. Sie favorisieren eine Umfahrung über die Kemberger Straße. Diese Idee stand vor Jahren bereits zur Diskussion. Sie wurde jedoch vom Land Berlin verworfen, weil es die Kosten hätte tragen müssen.

Jetzt muss der Senat so oder so zahlen. Die Anwohner schöpfen daher neue Hoffnung für ihre Vorzugsvariante. „Warum nicht vollständig umdenken und die Umfahrung über die Kemberger planen?“ sagt zum Beispiel Günter Beckert von der Marzahner Bürgerinitiative.

Gräff beharrt indes darauf, dem Senat erst einmal eine finanzielle Zusage für die Beteiligung an den Kosten der Trog-Lösung abzuringen. "Wenn wir bei den Planungen für die Ortsumfahrung jetzt nicht vorankommen, werden die Staus mit der Fertigstellung der TVO noch schlimmer", warb er für seine Strategie. Welche Variante dann letztlich gebaut werde, sei mit der Finanzzusage noch gar nicht entschieden.hari
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