Hoher Luftdruck und defensives Fahren

Jeder Autofahrer kann durch behutsames Fahren dazu beitragen, dass Winterreifen länger halten. Das geht zum Beispiel, indem man auch nach der Einfahrphase der ersten 100 Kilometer weiter eher defensiv fährt.

"Pneus verschleißen vorrangig durch die Höhe der zu übertragenden Kräfte", erklärt Hans-Jürgen Drechsler vom Verband der Reifenhersteller. Je weniger Gas man gibt, desto besser bekommt das den Reifen."Keine Kickstarts, früh schalten und immer vorausschauend fahren", empfiehlt Gerhard von Bressendorf, Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände. "Mit großem Sicherheitsabstand und vorsichtigem Einsatz von Brems- und Gaspedal kann der Autofahrer abruptes Bremsen und Beschleunigen verhindern." Das schont die Reifen und spart gleichzeitig Sprit.

Wie schnell das Profil schwindet, hängt auch vom Fahrtempo ab, betont Ruprecht Müller vom ADAC. "Bei sehr hohen Geschwindigkeiten müssen hohe Kräfte übertragen werden." Dadurch erhöhe sich der Schlupf, also der Reibkontakt zwischen Reifen und Straße, und in der Folge der Verschleiß. Der richtige Luftdruck ist neben einem defensiven Fahrstil der zweite wichtige Punkt, um zu schnellem Reifenabrieb vorzubeugen. "Und trotzdem achten nur die wenigsten Autofahrer darauf", sagt Hans-Jürgen Drechsler. Mindestens einmal im Monat sollte überprüft werden, ob der Reifendruck den Herstellerempfehlungen noch entspricht.

Bei zu niedrigem Luftdruck wird die Lauffläche eines Reifens ungleichmäßig abgerieben, was den Verschleiß begünstigt. Eine Formel für die Relation zwischen zu geringem Luftdruck und der Verkürzung der Laufleistung gebe es allerdings nicht, schränkt Ruprecht Müller ein. Fahrlehrer von Bressendorf empfiehlt, den Reifendruck generell 0,2 bar höher als vom Hersteller empfohlen zu halten.

Keinen Einfluss hat der Autofahrer auf den sogenannten Sägezahnverschleiß. Dieser kann laut dem ADAC vor allem bei Reifen mit einem hohen Profil-Negativanteil, also wenigen hochstehenden Profilblöcken auftreten. Vom Sägezahnverschleiß sind vorrangig die nicht angetriebenen Räder betroffen. Die Folge sind in der Regel sehr laute Abrollgeräusche. Um dieser Verschleißform entgegenzuwirken, rät Müller: Wenn vom Fahrzeughersteller nichts anderes empfohlen wird, sollten die Räder nach 5000 bis 10 000 Kilometern auf den Achsen seitengleich getauscht werden.


dpa-Magazin / mag
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