Klimaanlage darf nicht zu kalt sein

Die Klimaanlage im Auto an heißen Tagen besser nicht voll aufdrehen. (Foto: Silvia Marks)

Gerade an heißen Sommertagen machen viele Autofahrer aus ihrem Wagen ein Kühlhaus: Sie drehen die Temperatur dauerhaft unter 20 Grad. Das ist nicht sinnvoll.

Nach Angaben des ADAC sollte das Thermometer im Fahrzeug am besten 21 bis 23 Grad anzeigen. Das übertriebene Kühlen der Luft erhöhe Benzinverbrauch und CO2-Ausstoß. Selbst in Mitteleuropa verursache die Klimaanlage rund fünf Prozent des jährlichen Gesamtverbrauchs eines Pkws, sagt Patrick Huth von der Deutschen Umwelthilfe: "Ein Durchschnittsfahrer könnte mit dieser Spritmenge einmal jährlich die Strecke Hamburg-Paris zurücklegen."Klimaanlagen entziehen der Luft Feuchtigkeit, wie Christiane Roick, Stellvertretende Leiterin des Stabs Medizin beim Bundesverband der AOK, erläutert. Die trockene Luft reizt die Schleimhäute der Atemwege. Die Deutsche Umwelthilfe empfiehlt, die Klimaanlage bei kurzen Strecken gar nicht einzuschalten und vor Fahrten an heißen Tagen das aufgeheizte Auto bei geöffneten Türen gut durchzulüften. Der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur sollte während der Fahrt maximal sechs Grad betragen, rät Patrick Huth.

Allerdings darf das Auto auf keinen Fall überhitzen - sonst steigt das Unfallrisiko. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit oder Sehschärfe nehmen mit steigenden Temperaturen ab, so Roick. Herrschen im Innenraum mehr als 24 Grad, verringerten sich Reaktionsvermögen und -geschwindigkeit. Wer viel schwitzt, brauche vor allem auf langen Strecken auch viel Flüssigkeit, fügt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) hinzu.

Um einem Hitzestau im Auto vorzubeugen, sollten sich Autofahrer schattige Parkplätze suchen oder ihre Scheiben abdunkeln. Speziell beschichtete Matten hinter der Frontscheibe reflektieren das Sonnenlicht und lassen die Temperatur im Innenraum nicht übermäßig ansteigen. Der ADAC empfiehlt, bei Fahrzeugen mit Klimaautomatik vor der Fahrt die gewünschte Temperatur und das Programm zur Luftverteilung und Gebläsestärke einzustellen. Bei Anlagen mit Halbautomatik bringe zunächst das auf- und dann stufenweise zurückgedrehte Gebläse den gewünschten Erfolg.


dpa-Magazin / mag
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