Bei Antiquitäten auf Raumklima und Pflege achten

Antike Möbelstücke schmücken auch Wohnungen und verleihen ihnen ein besonderes Flair. (Foto: Jan-Peter Kasper/dpa/mag)

Nur wenige richten sich gerne mit Antiquitäten ein, aber viele haben Erbstücke von Oma oder den Eltern, die alt und gebraucht sind. Das Zusammenleben mit den Veteranen ist aufwendig: Sollen sie noch eine ganze Weile erhalten bleiben, muss man für ein gutes Raumklima sorgen.

Vor allem Holzmöbel litten unter dem Klima in modernen, gut isolierten Innenräumen, erläutert der Restaurator Manfred Sturm-Larondelle aus Berlin. Zu hohe Zimmertemperaturen, eine gleichmäßige Wärmeverteilung durch Zentralheizungen und trockene Luft schadeten dem alten Material.Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, kommt es zu Trockenschäden wie Rissbildungen oder Furnierabhebungen. Zu hohe Luftfeuchtigkeit wiederum lasse die Möbel aufquellen. "In der Heizperiode herrscht in vielen Wohnungen ein Wüstenklima mit unter 30 Prozent Luftfeuchtigkeit", sagt Sturm-Larondelle. Notwendig sei eine relative Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 Prozent, die man etwa durch einen elektrischen Kaltluftbefeuchter erreicht.

Patina macht alte Möbel interessant und unverwechselbar. "Bei alten Schränken, Tischen und Kommoden geht es deshalb bei der Pflege nicht darum, sie wie neu aussehen zu lassen, sondern ihren Charakter zu bewahren und Schäden vorzubeugen", erläutert der Restaurator.

Handelsübliche Pflegemittel sollten Besitzer antiker Möbel nicht nutzen. Sie könnten etwa Silikone enthalten. Diese bildeten auf den Möbeln eine Schicht, die Restauratoren nicht wieder entfernen könnten. In der Regel reiche regelmäßiges Staubwischen. Und um die Oberfläche besser zu schützen, habe sich Antikwachs bewährt.

Was als Antiquität gilt, ist nicht genau definiert: "Juristisch betrachtet gehören alle Möbel dazu, die mehr als einhundert Jahre alt sind", erklärt Hermann Specht, Präsident des Bundesverbandes des deutschen Kunst- und Antiquitätenhandels. Wertvoll und erhaltenswert seien Möbel aber nicht allein wegen ihres Alters. Nur Stücke, die besonders schön und selten seien, eigneten sich als Sammlerstücke.

Alte Möbel haben einen besonderen Charme, schwärmt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. An einer Kommode, einem Stuhl oder einem Büfettschrank, die seit Generationen in der Familie weitergereicht wurden, hänge das Herz. Sie ließen sich problemlos mit modernem Möbel kombinieren - und seien gerade zum modernen, sachlichen Ambiente ein notwendiger Kontrast. Damit der Stilmix aber nicht stillos wirke, sollte bei allen Kombinationen der Eindruck einer zusammengewürfelten Einrichtung vermieden werden.


dpa-Magazin / mag
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