Die Studentenwohnung einrichten

Die kleinen Zimmer in Studentenwohnheimen wie hier in Greifswald sind eher funktional ausgerichtet. (Foto: Stefan Sauer)

Studienjahre sind schön - aber für viele heißt es auch, auf vieles zu verzichten. Wer aus dem großen Elternhaus auszieht und wenig Geld zur Verfügung hat, muss sich meist mit einem winzigen Apartment oder einem Zimmer in einer WG begnügen.

Allerdings setzen Studenten bei der Einrichtung häufig den falschen Fokus: Statt auf teure Möbel mit viel Schnickschnack sollten sie lieber Wert auf eine ordentliche und gemütliche Grundausstattung der Räume legen."Studentenbuden sind meist nicht nur sehr klein, sondern durch häufigen Wechsel verwohnt und wenig einladend", sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef bei Bonn. Meistens wird das hingenommen - denn ewig lebt der Student darin schließlich nicht. Dabei ist sogar aus praktischen Gründen eine kleine Renovierung meist sinnvoll.

Fleckige alte Teppichböden gehören laut Geismann raus - allerdings in Absprache mit dem Vermieter. "Glatte, wischbare Beläge wie Laminat oder fertiges Holzparkett sind nicht nur für die Allergiker unter den Studenten sinnvoll", sagt die Wohnexpertin. Statt eines sperrigen Staubsaugers brauchen sie dafür nur Besen und Wischmopp zum Reinigen. Um günstig an Bodenbelag zu kommen, sollten Studenten in Baumärkten oder im Fachhandel nach Restposten fragen. Für die Inneneinrichterin Katharina Semling aus Oldenburg ist die Wahl der Farben der Schlüssel, sich auch in sehr kleinen Räumen wohlzufühlen. "Wenn ich mich auf drei Farben insgesamt beschränke, kann der Raum ruhig ein wenig vollgestellt sein", meint die Expertin. Sie empfiehlt, die Wände in einem Pastellton zu streichen. Das öffne optisch den Raum und lasse ihn großzügiger wirken.

Alle Möbel sind am besten weiß. Akzente schaffen kräftige Farben etwa bei den Accessoires - "dann wirkt auch die kleinste Muggelhöhle wie eine süße Villa", sagt Semling. Auch Geismann würde vornehmlich helle Farben wählen. "Das weitet nicht nur den Raum, es spart auch Energie, weil man das Licht weniger anstellen muss." Bei den Möbeln sollten Studenten auf mobile, wandelbare Stücke setzen, rät Geismann. Viele wollten vor allem schnell umziehen können - etwa für ein Auslandssemester. Statt auf einen Schrank setzen sie lieber auf Regale und andere schnell zusammensetzbare Stücke.

Ganz wichtig ist der Platz zum Schlafen. "Auch wenn man als junger Mensch noch so beweglich ist, ist es keine gute Idee, aus Kostengründen nur eine Matratze auf den Fußboden zu legen", sagt Claudia Wieland vom Fachverband Matratzen-Industrie in Essen. Denn kann an die Unterseite der Matratze keine Luft kommen, bilden sich schwarze Stockflecken sowie Schimmel. Das sei selbst dann der Fall, wenn die Matratze jeden Tag an der Wand aufgerichtet werde, um Platz zu schaffen. "Eine einfache und preisgünstige Unterfederung für die Matratze kostet um die 50 Euro", erklärt Wieland.


dpa-Magazin / mag
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