Renovierung von Wasserschäden

Steht ein Wohnraum unter Wasser, dauert es meist recht lange, bis er wieder bewohnbar ist. (Foto: Peter Kneffel)

Ein schweres Gewitter kann mächtig sein - und den Keller unter Wasser setzen. Auch ein Rohrbruch verursacht unter Umständen großen Schaden, von der Flutkatastrophe im Frühjahr 2013 ganz zu schweigen. Hausbesitzer können die betroffenen Räume teils sehr lange Zeit nicht richtig nutzen - denn die Renovierung dauert. Erst müssen die Wände und Böden trocknen.

"Denn einfach über den Schaden zu tapezieren, funktioniert nicht", erläutert Ulrike Reich vom Deutschen Tapeten-Institut in Düsseldorf. "Hausbesitzer sollten sich vor dem Tapezieren unbedingt vergewissern, ob die Wand trocken ist." Sonst halte die Tapete nicht, oder sie könne sich durch die Feuchtigkeit verfärben. Auch Farbe darf nicht früher an die Wand. Denn sie blättere auf einer feuchten Wand nach einiger Zeit ab, erklärt Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institutes in Schwalbach (Hessen). Außerdem bringe ein Neuanstrich noch zusätzlich Feuchtigkeit in den Raum.

Der Feuchtegehalt der Wand lässt sich einfach mit einem Viereck aus Folie überprüfen, erläutert Reich. Es wird luftdicht mit Klebeband an den Rändern auf den Putz geklebt. Bildet sich unter der Folie Kondenswasser, müssen die Besitzer die Wände weiterhin trocknen lassen. Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung (BAKA) in Berlin rät, Bausachverständige und Architekten mit Spezialgeräten prüfen zu lassen, ob die Wände nicht nur oberflächlich getrocknet sind. Dann müsse auch nicht immer gleich der Putz abgeschlagen werden.

Aber man darf sich nichts vormachen: "Wände trocknen langsam", erklärt Thorsten Kuchel, Leiter des Kieler Regionalbüros des Verbands Privater Bauherren (VPB). Das gilt vor allem, wenn sie im Keller von Erdreich umgeben sind. Denn die Feuchtigkeit könne beim Trocknen nur in eine Richtung entweichen. Beschleunigen können Bewohner das Trocknen mit speziellen Geräten. Aber auch diese Luftentfeuchter müssten oft mehrere Wochen arbeiten, bis die Wände wieder trocken sind.

Wird der Keller sich selbst überlassen, kann sich Schimmel bilden. Kuchel empfiehlt daher nach einem Wasserschaden eine Untersuchung des Mauerwerks und der Raumluft auf mögliche Schadstoffe, Keime und Pilze. Dies beuge einer Ausweitung des Schadens vor. Gerade in Räumen mit schwimmendem Estrich müsse man besonders an das Trocknen des Bodens denken, erläutert Kuchel. Sonst breite sich hier der Schimmel unter dem Estrich und in der Dämmebene des Bodens aus. Daher werde über Bohrlöcher und Kanäle trockene Luft durch das Material geleitet.


dpa-Magazin / mag
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