Schon ein Grad macht sich in der Abrechnung bemerkbar

Es muss keine tropische Hitze im Haus herrschen: Experten raten zu nur 20 Grad für Wohn-, Ess-, und Arbeitszimmer. (Foto: Andrea Warnecke/dpa/mag)

Es soll mollig warm im Haus sein und zugleich sollte die Heizkostenrechnung nicht explodieren. Ein paar Tricks helfen, Öl- und Gasverbrauch zu senken und Kosten einzusparen.

Den ersten und einfachsten Hinweis gibt Birgit Holfert, Energieberaterin bei der Verbraucherzentrale in Berlin: In Räumen, in denen man sich ohnehin weniger aufhält, sollte man die Heizkörper niedriger einstellen. Ein Thermometer hilft, die Temperaturen zu überprüfen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie warm es im Raum wirklich sein muss. Als Orientierung nennt die Energieberaterin 20 Grad für Wohn-, Ess-, und Arbeitszimmer und 22 Grad für das Bad. Im Schlafzimmer reichen laut Holfert schon 16 bis 18 Grad. Auch für die Küche brauche man nicht wesentlich mehr, weil dort Wärme beim Kochen entsteht.Damit sich die Wärme nicht wieder gleichmäßig in der ganzen Wohnung verbreitet, bleiben die Türen zwischen den Zimmern am besten geschlossen, rät Holfert. Nachts, wenn die Kälte in die Wohnung kriecht, sollte man sich abschotten: "Bei alten Fenstern kann man schwere, dichte Vorhänge davorhängen. Gerade in einem Altbau geht sehr viel Heizenergie durch die Fenster verloren." Heruntergelassene Rollos und Rollläden helfen ebenso wie geschlossene Fensterläden. Vor dem Heizkörper haben Vorhänge allerdings nichts zu suchen. Heizkörper sollten frei stehen, die Luft sollte zirkulieren können.

Wer für längere Zeit die Wohnung verlässt, sollte die Heizung gezielt herunterfahren. Schon wenige Grad machen sich später in der Abrechnung bemerkbar. "Über den Tag lohnt es sich durchaus, wenn man die Thermostate auf Stufe eins oder zwei stellt", erläutert Holfert. Auch in der Nacht sollte die Heizung heruntergefahren werden. Allerdings sollte die Raumtemperatur nicht unter 16 Grad fallen, sonst kühlen die Wände aus. Um die Wohnung wieder warm zu bekommen, sei dann noch mehr Energie nötig.

Doch man kann auch am falschen Ende sparen: Aus Angst, Wärme zu verschwenden, komme in viele Wohnungen das Lüften zu kurz, warnt Claus Händel vom Fachverband Gebäude-Klima in Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg). "Gerade im Winter habe ich innerhalb der Räume einen großen Feuchteanfall - entweder durch Personen oder weil geduscht und gekocht wird."

Werde die feuchte Luft nicht ins Freie gelassen, kondensiere sie an den Wänden, und es bilde sich Schimmel. Gerade in Bad und Schlafzimmer sollte man deshalb öfter mal auf Durchzug schalten: "Alle Heizkörper runter drehen, drei bis fünf Minuten Querlüftung, Fenster schließen, alle Heizkörper wieder rauf - das ist die einzig sinnvolle Methode", sagt Händel.

Anstatt Fenster dauerhaft zu kippen, sollte man besser mehrmals täglich kräftig stoßlüften. Der Durchzug beschleunigt dann den Luftaustausch. "Man muss klipp und klar sagen: Das gekippte Fenster ist der pure Energieverlust", betont der Gebäudeexperte.


dpa-Magazin / mag
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