Topfrosen sind besonders pflegebedürftig

Rosen wachsen – wie die Schöne Dortmunderin und Schneeflocke – auch im Topf. Aber dort brauchen die Pflanzen besonders viel Pflege. (Foto: Marion Nickig)
 
Kletterrosen machen sich gut im Gefäß - wie die rote Sorte Amadeus. (Foto: GPP/Kordes)

Eine Rose gedeiht auch im Topf - allerdings braucht der Hobbygärtner dafür besonderes Fingerspitzengefühl. Denn wenn die edle Blume nicht im Beet wachsen darf, benötigt sie besonders viel Pflege und Aufmerksamkeit.

So muss ein Hobbygärtner beispielsweise kritisch die Grünfärbung der Blätter beurteilen. Ist sie zu hell, ist das ein Indiz für Nährstoffmangel. Darauf weist James Foggin hin, Leitender Gärtner beim Landhaus Ettenbühl in Bad Bellingen-Hertingen. "Rosen sind echte Multitalente", sagt der Fachbuchautor Andreas Barlage aus Bielefeld. "Was eine Rose braucht, sind ein sonniger Standort, der sich nicht allzu sehr aufheizt, und ausreichend Erdvolumen." Selbst für kompakt wachsende Sorten empfiehlt der Gartenbau-Ingenieur ein Gefäß, das etwa 50 Zentimeter hoch ist. "Mehr ist besser." Das Wurzelwerk von Rosen neigt dazu, sich in erster Linie in die Tiefe zu entwickeln.

"Ganz wichtig ist eine gute Drainage", sagt Foggin. Die Wurzeln brauchen nicht nur Wasser, sondern auch Luft. Als Erde sollte man ein hochwertiges Substrat verwenden. Einfache Gartenerde ist meist zu lehmig und schwer. "Beim Bepflanzen muss die Veredlungsstelle gut eine Hand breit unter der Erde liegen", rät der Gartenleiter. Das ist auch ein wichtiger Schutz für Topfrosen im Winter.

Ein Augenmerk muss man auf die Versorgung mit Nährstoffen legen. "Man verlangt von den Pflanzen im Topf sehr viel", sagt Foggin. "Die Rosenliebhaber bevorzugen natürlich öfter blühende Rosen, und das erfordert sehr viel Kraft." Seine Empfehlung ist eine Grunddüngung mit einem Langzeitprodukt und die wöchentliche Gabe von Flüssigdünger mit dem Gießwasser. Werden Blätter aufgrund von Nährstoffmangel gelb, besprüht man das Laub abends mit einer zweiprozentigen Düngerlösung.

Der Balkon als Standort ist in der Regel geschützt, heizt sich aber leicht auf. "Rosen wollen nicht gekocht werden", betont Rosenexperte Foggin. Sein Tipp lautet, sie lieber halbschattig und luftig zu platzieren. Gerade die dunkelroten Blüten verbrennen in der prallen Sonne leicht, so dass man bei Standorten mit extremen Bedingungen besser zu gelben oder weißen Sorten greift.

Die beiden Experten sind sich einig, dass Sorten mit lockeren, leichten Blüten in Töpfen und Kübeln gut wirken. "So kommt die romantische Note der Rosen besonders gut zur Geltung, und man kann mit dem Gartengefühl auf dem Balkon spielen", sagt Foggin. Zu seinen Favoriten zählen die weißblühende Strauchrose Penelope Hobhouse und Mozart’s Lady mit hellrosa Blüten. Letztere zählt zu den weichtriebigen Kletterrosen, den sogenannten Ramblern. Sie lässt sich aber auch sehr gut als buschiger Strauch kultivieren.

Klassiker unter den Alten Rosen sind die Sorten Jacques Cartier mit einem Flor in Satinrosa und die Comte de Chambord in kräftigem Rosa. Beide duften wunderbar. Barlage und Foggin empfehlen die dichtgefüllte, purpur- bis kirschrote Sorte Rose de Resht. Da sie schnell verblüht, nimmt Foggin sie für schattige Balkone. Aber die Sorte öffnet auch rasch und stetig neue Blüten.

"Wie bei allen Sorten ist es ganz wichtig, dass man das Verblühte immer abschneidet", rät der Gartenleiter. Das hat nicht nur ästhetische Gründe, sondern regt auch die Neubildung von Knospen an. Barlage legt vor allem wert auf gesunde Blätter. Sorten wie die orangefarbene Westzeit und die weißblühende Diamant erfüllen diese Anforderung.

Kranke Blätter deuten auf einen falschen Standort und schlechte Versorgung hin. Spinnmilben, die man leicht an Gespinsten an den Blättern erkennt, sind ein Indiz für sehr trockene, warme Luft. Es hilft, die Blätter morgens und abends mit Wasser einzunebeln oder sie neben kleinlaubige Pflanzen zu stellen. Sie verbessern durch Verdunstung das Kleinklima.


dpa-Magazin / mag
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