Neue Kugeln für den Liebessäule-Brunnen am Bahnhof Friedrichstraße

Die Kleine Liebessäule sprudelt seit Juli wieder. Der Berliner Künstler Achim Kühn musste die Kupferplastik schon wieder reparieren. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Dorothea-Schlegel-Platz |

Mitte. Die Kleine Liebessäule auf dem Dorothea-Schlegel-Platz an der Georgenstraße sprudelt wieder. Unbekannte hatten Anfang April zum zweiten Mal die 61 Kugeldüsen geklaut. Bildhauer Achim Kühn musste sein Kunstwerk erneut reparieren.

Dieser Brunnen kommt nicht zur Ruhe. Erst verschollen, dann wieder nachgebaut, und nun schon zum zweiten Mal zerstört. „Das ist nicht zu verstehen“, ärgert sich Helgard Kühn. Sie ist die Frau des Bildhauers Achim Kühn, der das Wasserspiel 1983 entworfen hatte. Die zweieinhalb Meter hohe Kupferplastik hatte sie damals mit ihrem Mann in der Bohnsdorfer Kunstschmiede zusammen entwickelt, sagt die Künstlergattin.
Sie vermutet, dass Metalldiebe die 61 kleinen Stahlkugeln herausgerissen haben. „Dabei haben die Kugeldüsen keinen hohen Materialwert. Und zum Boulespielen im Garten sind sie viel zu klein“, ärgert sich Helgard Kühn. Ihr Mann musste sich nun schon zum dritten Mal mit seinem Werk beschäftigen. Alle Kugeldüsen wurden nachgebaut und ersetzt; seit Anfang Juli sprudelt die Kleine Liebessäule wieder. Das Bezirksamt hat die erneute Reparatur 6500 Euro gekostet. Erbauer Kühn war eine Woche damit beschäftigt, die neuen Kugeldüsen anzubringen und das ebenfalls geklaute Ablaufsieb des Brunnens zu erneuern. Bereits vor vier Jahren wurden auf dem steinernen Vorplatz am Bahnhof Friedrichstraße die Düsen gestohlen. Helgard Kühn versteht nicht, warum das nie jemand bemerkt hat. „Da ist alles voller Polizei. Die Kugeldüsen reißt man nicht mal im Vorbeigehen ab“, so die Frau des Kunstschmieds.
Die Kleine Liebessäule war 2004 als detailgetreuer Nachbau auf dem neuen Dorothea-Schlegel-Platz aufgestellt worden. Das Original von 1983 stand ein paar Meter weiter südlich in der Grünanlage an der Friedrichstraße, direkt gegenüber dem Handelszentrum. Zu DDR-Zeiten war die Brunnensäule ein beliebter Treffpunkt für Liebende aus dem geteilten Berlin. 2000 begann die Züblin AG mit dem Bau des Friedrich-Carrés auf der einstigen Freifläche. Mit den Bauarbeiten verschwand die Liebessäule. Kurz vor der Einzäunung der Baustelle war der Brunnen weg. Der Bauherr Züblin hatte damals eine Belohnung für die Ergreifung der Brunnendiebe ausgesetzt. Die Baufirma hatte schließlich den Bildhauer Achim Kühn beauftragt, den verschwundenen Brunnen nach seinen alten Plänen nachzubauen. 75000 Euro hat Züblin dafür locker gemacht. DJ
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