Mit Kosmetik oder Medizin zu schönen Lippen

Schönheitschirurgen greifen gern zu Spritzen mit Hyaluronsäure, um die Lippen aufzupolstern. (Foto: Jens Schierenbeck)

Nicht jeder Mensch hat von Natur aus schön geformte Lippen. In vielen Fällen lässt sich das durch geschicktes Schminken kaschieren. Manchmal erscheint Betroffenen aber nur der Gang zum Arzt als sinnvolle Möglichkeit, zum Wunschmund zu kommen.

Die einfachste Methode, Lippen optisch zu vergrößern, ist ein Lip-Contour-Liner. Mit dem dünnen Farbstift wird das Lippenrot rundherum umrandet. "Aber vergrößern Sie das M oder Herz der Oberlippe damit nicht zu stark", rät Beatrix Isabel Lied vom Bundesverband deutscher Kosmetiker/innen. "Das sieht sonst künstlich aus, und Sie haben ein spitzes Mündchen."Eine weitere Möglichkeit ist Permanent Make-up. Dabei bringt eine Kosmetikerin wie beim Tätowieren Farbpigmente in die Haut ein. Doch die Wahl kann auf einen falschen Farbton fallen, die Kontur gerät schief oder die Hygiene ist schlecht. Das kann Infektionen auslösen.

Eine vergleichsweise sanfte Methode aus dem Angebot von Hautärzten ist ein regelmäßiges Peeling, zum Beispiel mit Fruchtsäuren. "Damit kratzen Sie aber nur an der Oberfläche, Sie verändern die Hornschicht der Haut ein bisschen", erläutert Markus Steinert vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Die Durchblutung werde angeregt, und die Haut binde wieder etwas mehr Feuchtigkeit. "Aber wenn ich mit den Peelings aufhöre, ist der Effekt sofort weg", sagt er. Die Folgen können Rötungen und Schuppungen sein.

Hartmut Meyer von der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch Plastische Chirurgie (DGÄPC) greift vornehmlich zur Spritze. Falten bilden sich durch Muskelzug - vor allem dort, wo die Hautauflage über den Muskeln sehr dünn ist. "In der plastischen Chirurgie unterfüttern wir die Haut von unten", erklärt der Experte. Bestes Mittel der Wahl sei Hyaluronsäure, mit oder ohne Betäubung verabreicht.

Das körperidentische Eiweiß kann sehr viel Feuchtigkeit binden und dadurch die Haut straffen. Es sei gut verträglich und die Komplikationsrate gering, sagt Meyer. Allerdings baut der Körper den Stoff ab, so dass der glättende Effekt mit der Zeit vergeht. Mancher Hersteller verspreche ein bis zwei Jahre Haltbarkeit.

Ist das Gewebe allerdings zu weich oder wird zu oberflächlich unter die rote Lippenhaut gespritzt, könne sich die Partie ausbeulen. "Das kann man wegmassieren, aber das klappt nicht immer", erklärt Meyer. Wird zu tief gespritzt, verpuffe die Wirkung. Wird zu viel gespritzt, seien unschöne Schlauchbootlippen die mögliche Folge. Entzündungen seien möglich, wenn unreine Haut vorliegt oder Pickel erkennbar sind.


dpa-Magazin / mag
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