Eine operative Nasenkorrektur birgt viele Gefahren

Nicht jeder ist mit seinem Profil zufrieden - eine OP ist eine Entscheidung, die gründlich abgewogen werden sollte. (Foto: Andrea Warnecke)

Medizinische Gründe für eine Nasen-Operation gibt es selten. Die Menschen, die sich für einen solchen Eingriff entscheiden, stören sich vor allem an ihrem Aussehen. Sie hoffen, ihre Attraktivität durch die OP zu steigern. Allzu leichtfertig sollte sich aber niemand unters Messer legen.

Die Nase als zentraler Punkt des Gesichtes ziehe alle Blicke auf sich, sagt Marta Obermeier, Fachärztin für Plastische Chirurgie in Bad Reichenhall. Deshalb sei es nur verständlich, dass bei auffälligen Nasenformen der Wunsch zu einer Korrektur besteht. Die Motive dafür können unterschiedlich sein. Nach Obermeiers Erfahrungen geht es oft um die Partnerschaft, die Karriere oder um das Selbstwertgefühl.Ebenmäßige Gesichtsformen mit schmaler und gerader Nase gelten als Ideal, auch wenn die Lebenswirklichkeit in der Regel anders aussieht. Wie auffällig die Gesichtserker sein können, zeigt schon die Liste der ärztlichen Bezeichnungen: Von den Höckernasen über die Sattel-, Breit-, Knollen- und Ballonnasen bis zu den Schiefnasen kommen alle Variationen in der Praxis der ästhetischen Chirurgen vor.

Die Korrektur solcher Nasenformen ist Fachleuten zufolge einer der häufigsten, aber auch anspruchsvollsten Eingriffe. Bei den OPs werden die Nasenknochen und -knorpel des Patienten unter Narkose mit speziellen Meißeln und Feilen bearbeitet. Der Chirurg kann in vielen Fällen durch die Nasenlöcher operieren. Das erspart äußere Narben.

Die Nebenwirkungen und möglichen Komplikationen sind nicht zu unterschätzen. Mit mehrwöchigen Schwellungen und Blutergüssen müssen alle Patienten rechnen. Ein bis zwei Wochen ist ein Verband im Gesicht erforderlich. Arbeitsfähig ist man in der Regel erst nach zwei bis drei Wochen, Sport ist für mindestens sechs Wochen tabu. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Eingriff nicht zum gewünschten Ergebnis führt und dauerhafte gesundheitliche Probleme am empfindlichen Organ bleiben.

Verbraucherschützer empfehlen, sich vor einer OP umfassend über die Risiken aufklären zu lassen. Allzu optimistische Schilderungen und verharmlosende Floskeln sollte man von vornherein kritisch sehen, rät Christoph Kranich von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Nachoperation einplanen

Der Facharzt Klaus Hebold aus Köln, Spezialist für Nasenkorrekturen, nennt Risiken und Nebenwirkungen: Langandauernde Gefühlsstörungen der Nasenspitze, Nachblutungen, Trockenheit oder übermäßige Feuchtigkeit der Nase gehören dazu. Er rechnet damit, dass zehn bis 15 Prozent der Patienten nachoperiert werden müssen. An der Nase sei ein Millimeter sehr viel, und schon ein minimalster Fehler könne korrekturbedürftig werden. Das endgültige Ergebnis der OP und das Erreichen der gewünschten Nasenform könne erst nach etwa einem Jahr beurteilt werden. Solange dauert es, bis die Schwellungen insbesondere im Bereich der Nasenspitze zurückgegangen sind.

Sehr vielen drastischen Fällen von misslungenen Operationen begegnet Prof. Wolfgang Gubisch von der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Zu ihm kommen zahlreiche Patienten, die nach verpfuschten Eingriffen schlimmer aussehen als vorher und nun kompetente Hilfe suchen. Rund 500 Nasenoperationen erfolgen jährlich in seiner Klinik in Stuttgart. Fast die Hälfte davon ist notwendig, um Schäden misslungener Eingriffe auszubügeln.

Fachgesellschaften wie die DGÄPC und die DGPRÄC raten, bei Interesse an einer Schönheits-OP auf die fachliche Qualifikation des Arztes und auf eine ausführliche, individuelle Beratung zu achten. Dazu gehört auch die Information über die Kosten. Bei Nasenkorrekturen ist mit 4000 Euro aufwärts zu rechnen. Die Krankenkassen übernehmen sie in der Regel nicht.


dpa-Magazin / mag
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