Im neuen Job zurückhaltend auftreten

Im neuen Job sollten Arbeitnehmer in den ersten Tagen nicht zu sehr vorpreschen, rät die Karriereberaterin Anke Quittschau. (Foto: Privat)

Beim Einstieg in einen neuen Job will sich jeder von seiner besten Seite zeigen: motiviert, engagiert und mit vielen frischen Ideen. Schließlich geht es darum, anfangs einen guten Eindruck zu machen und sich einzubringen.

Dabei kann man allerdings leicht übers Ziel hinausschießen, warnt die Karriereberaterin und Buchautorin Anke Quittschau. Vor allem Besserwisserei und Überheblichkeit kämen gar nicht gut an. Hier ein paar Fehler, die Jobeinsteiger unbedingt vermeiden sollten:
  • Die Assistenten missachten: Sie haben den Überblick über Termine, kennen fast jeden im Unternehmen und sind bestens über offizielle und inoffizielle Entscheidungswege informiert. "Arroganz gegenüber Assistenten kann sich schnell rächen", warnt Quittschau.
  • Besserwisserei: "Besserwisser mag keiner", sagt Quittschau. Selbst wenn Neulinge recht haben, sollten sie sich anfangs mit allzu forschen Vorschlägen zurückhalten, um altgediente Mitarbeiter und Vorgesetzte nicht vor den Kopf zu stoßen.
  • Dresscodes missachten: "Ich lasse mich nicht verbiegen, ich bin, wie ich bin!" Mit dieser Einstellung könnten sich Jobanfänger schnell vieles verbauen, sagt Quittschau. Das gilt vor allem für die Kleidung. Jede Branche hat einen Dresscode. Weicht jemand zu stark davon ab, signalisiert er, dass er nicht dazugehören will.
  • Vorschnelles Duzen: "Hey Chef, meinst du nicht...?" Mit voreiligem Duzen können sich neue Mitarbeiter schnell ins Abseits schießen. Auch wenn Neulinge aus einem jugendlichen Unternehmen kommen, sollten sie die Umgangsformen nicht in die neue Firma importieren, rät Quittschau. "Das Duzangebot kommt immer von denen, die schon länger da sind."
  • Netzwerke und Strukturen ignorieren: Nicht immer entscheidet im Alltagsgeschäft derjenige, der auf dem Papier ganz oben steht. Wer als Jobanfänger nicht auf bestehende Entscheidungswege achtet, dem kann es passieren, dass seine Ideen und Vorschläge nicht ankommen. "Oft gibt es eine graue Eminenz in Unternehmen", sagt Quittschau. Vor allem in Meetings könne man schnell erkennen, wer welche Entscheidungen trifft.
  • Sich zu schnell verausgaben: Neue Mitarbeiter werden vor allem von den Kollegen gerne mit Arbeit überhäuft. Der neue Job soll normalerweise aber nicht nur ein paar Wochen oder Monate dauern. Einsteiger sollten deshalb ihre Kräfte einteilen. "Im Zweifelsfall sollte man auch mal höflich Nein sagen", rät Quittschau.

dpa-Magazin / mag
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