Milchtechnologen: Sorgfalt ist ein Muss

Milchtechnologen steuern die komplexen Maschinen in Molkereien per Computer. (Foto: Milchindustrie-Verband)

Milch, Joghurt, Butter und Käse stehen für viele täglich auf dem Speiseplan. Doch über die Produktion der Lebensmittel wissen viele nichts. Denn von der Rohmilch im Euter der Kuh bis zum Liter Milch im Kühlschrank ist es ein langer Prozess. Ihn begleiten Milchtechnologen.

Die Fachleute sorgen in Molkereien, Käsereien oder Milchwerken dafür, dass Hygienestandards eingehalten werden. Nur Kühe sehen sie nie. Milchtechnologen arbeiten in hoch technisierten Betrieben. Dort steuern sie die Produktionsanlagen. Im letzten Jahr gab es in Deutschland etwa 1700 Milchtechnologen, sagt Torsten Sach vom Milchindustrie-Verband in Berlin. Der Frauenanteil liegt je nach Region zwischen 15 und 20 Prozent. Bis zur Modernisierung im August 2010 hieß der Ausbildungsberuf Molkereifachmann.Die Fachkräfte arbeiten in einem Nischenberuf. Doch die Berufschancen sind für Milchmänner und -frauen gut. "Es gibt keine arbeitslosen Milchtechnologen", so Sach. Die Vergütungen richten sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit liegen die Ausbildungsvergütungen im ersten Lehrjahr zwischen 499 bis 728 Euro, 553 bis 816 Euro im zweiten und 629 bis 934 im dritten.

Wer Milchtechnologe werden möchte, muss sehr sorgfältig sein. Sauberkeit ist am Arbeitsplatz das oberste Gebot. Das fängt bei der Berufskleidung an: Milchtechnologen kleiden sich im Job komplett in weiß. Die Haare sind unter einer Haube versteckt. Piercings, Uhren, Hals- oder Armketten sind nicht erlaubt.

Daneben müssen Azubis technisch begabt und absolut zuverlässig sein, zählt Manfred Wiest auf. Er arbeitet als Personalchef bei Omira, einer Großmolkerei in Ravensburg. Milchtechnologen richten Produktionsanlagen ein und kontrollieren sie. Ein Fehler kann dabei aus einer ganzen Joghurtproduktion Abfall machen. Milchtechnologen achten darauf, dass Milch, Käse oder Butter richtig abgefüllt und verpackt werden. Hinterher säubern und desinfizieren sie die Anlagen. Wer in einer Molkerei arbeitet, muss sich darauf einstellen, auch an Wochenenden und nachts zu arbeiten. Die Produktionsanlagen können nicht abgeschaltet werden. Die tarifliche Bruttogrundvergütung im Monat liegt nach der Ausbildung laut der Bundesagentur für Arbeit zwischen 2577 und 3010 Euro. Dazu kommen Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.


dpa-Magazin / mag
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